„Ich glaube …
Elena* aus Bolivien hat schöne spanisch-indigene Gesichtszüge und einen scharfen Verstand. Sie hat bereits einen Beruf erlernt und eine theologische Ausbildung gemacht, im eigenen Land konnte sie auch schon etwas missionarische Erfahrung sammeln. Ihre Gemeinde will sie zum längerfristigen Einsatz in andere Länder und Kulturen senden. Zur Vorbereitung bewarb sie sich bei unserem Missionstrainingszentrum in Quito und wurde angenommen.
Doch dann wurde ihr Flug gestrichen. Vor dem nächsten Flug war ihr PCR-Test positiv. Auch ihre Freundin, mit der sie zusammen nach Ecuador fliegen wollte, war krank und entschied sich, zu Hause zu bleiben, denn ihr Vater lag bereits auf der Intensivstation und starb bald darauf. „Was sollte ich nun tun? Ich war total verunsichert“, erzählt Elena. „War dies vielleicht ein Zeichen, die Idee einer Missionsausbildung in Quito aufzugeben? Nein! Ich glaubte, dass dieser Plan von Gott war. Trotz aller Schwierigkeiten würde Er Sein Vorhaben mit mir durchführen.“ Sobald sie einen negativen Test vorzeigen konnte, saß sie auch schon im Flieger und schaffte es beim dritten Anlauf.
… dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen …
In unserem Trainingszentrum in Quito wollen wir den Missionskandidaten nicht nur Informationen vermitteln; für das Leben und den Dienst in anderen Kulturen müssen sie bestimmte Fähigkeiten einüben. Vor allem geht es um Persönlichkeitsentwicklung, um eine gesunde Beziehung zu Gott, sich selbst und zu anderen. Darum arbeiten wir auch weitgehend in Präsenz-Einzelmentoring. Die erste Trainingseinheit dieses Jahres (Januar–April) begann sehr holperig. Es ist schon ein Wunder, wenn Lateinamerikaner überhaupt die Reisekosten nach Ecuador aufbringen können. Auch unserem Team in Quito machten Mitarbeitermangel, die Beschränkungen der Pandemie und Krankheiten zu schaffen. Aber so ist Gott: Gerade in unseren Schwierigkeiten offenbart Er Seine Kraft.
… aber Er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf Ihn verlassen.“ (Dietrich Bonhoeffer)
