Hürden auf dem Weg zur Übersetzung
Am Meer wartet er auf ein Schnellboot, das ihn zur nächsten Stadt bringt. Ist das Meer zu unruhig, fahren keine Boote und er muss bis zum nächsten Tag warten. Für jemanden, der in den Bergen aufgewachsen ist, bedeutet die Fahrt über das offene Meer jedes Mal eine Überwindung. Bei seiner letzten Reise kenterte das Boot sogar. Gott bewahrte ihn und die übrigen Passagiere, sie konnten wieder ins Boot klettern und – trotz verlorener Gegenstände – die Fahrt fortsetzen.
Von der Stadt aus geht es mit dem Bus weiter. Auch hier bleibt die Reise nicht ohne Risiken: Es gibt Überfälle auf dem Meer oder Hinterhalte auf abgelegenen Straßen. Wenn alles gutgeht, dauert die gesamte Strecke etwa drei Tage. Für uns kaum vorstellbar, denn die Luftlinie beträgt nur etwa 50 Kilometer. Ein Charterflug wäre schneller und sicherer, ist für ihn jedoch unbezahlbar. Neben diesen geografischen Hürden gibt es eine weitere Herausforderung:
Wer Gottes Wort später in der Sprache Nankina lesen möchte, muss zunächst überhaupt lesen lernen.
Im vergangenen Mai fand der erste Lese- und Schreibkurs in Nankina statt. Das gesamte Material mussten wir einfliegen, da es vor Ort keine Läden gibt. Zwar gibt es ein paar Schulen, doch der Unterricht findet nicht in der Muttersprache statt. Lesematerial auf Nankina existiert bisher nicht, sodass wir es zunächst selbst erstellen mussten.
Hinzu kommt: Die Beschaffung größerer Mengen an Schreibheften und Stiften ist aufgrund der geografischen Barrieren sehr mühsam und teilweise gefährlich. Deshalb können viele das Lesen und Schreiben in ihrer eigenen Sprache nur eingeschränkt üben.
Die Teile aus Gottes Wort, die bereits übersetzt sind, erzählt unser Übersetzer anderen weiter. Gleichzeitig wünscht er sich, dass Menschen die Bibel selbst in ihrer Sprache lesen können. Deshalb plant er, auch in anderen Dörfern Lese- und Schreibkurse anzubieten. Die Unterstützung aus seinem Umfeld ist begrenzt, und manchmal begegnen ihm auch Neid oder überhöhte Erwartungen. Trotzdem setzt er seine Arbeit treu fort und trägt damit wesentlich zur Übersetzung
der biblischen Texte in seine Sprache bei.
Auch wir stoßen derzeit an Grenzen. Wie wir im letzten Bericht geschrieben haben, können wir momentan nicht in Papua-Neuguinea sein. Wie es weitergeht, ist immer noch ungewiss. Bis wir mehr Klarheit haben, wollen wir zunächst aus der Ferne weiter an der Übersetzung sowie an Unterrichtsmaterialien arbeiten.
Danke für eure Gebete für uns und die Nankina!
