Hoffnungsoase für Lastwagenfahrer

Anfang dieses Jahres haben wir unter Lastwagenfahrern in Beaufort West eine große Umfrage gestartet; dort befindet sich ein großer Lkw-Stop, hier halten täglich über tausend Lastwagen. Was wir dabei hörten, hat uns tief bewegt – und, ehrlich gesagt, auch erschüttert: Viele Fahrer sind bis zu neun Monate von ihrer Familie getrennt, legen tausende Kilometer allein zurück, kämpfen mit Einsamkeit, Erschöpfung und oft auch dem Trauma, Unfälle hautnah miterleben zu müssen – manchmal sogar Unfälle von Freunden und Kollegen. Doch sie fahren weiter. Sie müssen.

Niemand sieht sie wirklich – und genau das ist ein Teil des Problems; denn die Einsamkeit und das Gefühl, nicht gesehen zu werden, öffnen leider auch dunklen Machenschaften die Tür: Immer wieder hören wir von Kindesmissbrauch und Ausbeutung der Minderjährigen, mit denen die Fahrer in Kontakt kommen.

Seit über zehn Jahren trage ich den Wunsch im Herzen, hier anzusetzen: einen Ort für die Lastwagenfahrer einzurichten, eine Oase auf ihren langen Wegen, wo sie einfach mal sein dürfen – Ankommen und Durchatmen –, und gleichzeitig: wo sie geschult werden, um Anzeichen von Kinderhandel zu erkennen. Denn gerade sie können durch ihr Netzwerk, ihre Reichweite, ihre Augen auf der Straße zu echten Whistleblowern gegen Menschenhandel werden – und dadurch zu Hoffnungsträgern für eine ganze Gesellschaft.

Denn am Ende sehnt sich doch jeder Mensch nach derselben Botschaft: „Du bist von unschätzbarem Wert.“ Ja, genau darum geht es.

Im September durften wir etwas starten, soweit wir wissen, das erste seiner Art in Südafrika: Ein Truck-Stop speziell für „Truckers Against Trafficking“. Seitdem haben wir schon unzählige Gespräche geführt, für und mit Fahrern gebetet, ihnen zugehört, mit ihnen geweint und manchmal auch gelacht. Viele kommen mit schwerem Herzen, mit Not, mit Wunden, die tiefer gehen, als das Auge sieht. Und wir dürfen ihnen begegnen – mit Würde, mit echter Gemeinschaft, mit der Hoffnung, dass Veränderung möglich ist.

Was mich besonders berührt: Unsere beiden Mitarbeiter am Lastwagen-Stop stehen dort sechs Tage die Woche, begrüßen jeden Fahrer persönlich – und sie wissen, wovon sie sprechen. Beide kommen aus einer schwierigen, zerstörerischen Vergangenheit: Der eine war ein Bandenführer, der andere saß wegen mehrfacher Hauseinbrüche im Gefängnis. Und heute?

Beide sind Familienväter. Hoffnungsträger. Männer, durch die Gottes Liebe sichtbar wird.

Das ist die Veränderung, an die wir glauben.

Das ist die Hoffnung, die wir weitergeben wollen.

Und du – ja, genau du – kannst Teil davon sein.

 

Kürzlich erhielten wir einen Anruf, der uns erneut erschüttert hat: Auf der Ladefläche eines Lastwagens wurden Kinder gefunden. Unbegleitete Minderjährige.

Die traurige Realität: Solche Fälle häufen sich. Doch wir glauben: Wenn wir gemeinsam handeln, können wir Leben retten.

Danke, dass du mit uns Hoffnung auf die Straße bringst.

Danke, dass du mithilfst, zu sagen:

„You are beyond priceless.“

Salomes Arbeit unterstützen
Meinen Newsletter abonnieren

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

Salomes Blog

Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

Icon
unterwegs | Ausgabe 1/2025
Lautstark klingt im Hintergrund das englische Lied „Greater things are yet to come, greater things are yet to be done in this city“, während wir nach Beaufort West hineinfahren, in eine Stadt, die geprägt ist von zerbrochenen Familien, Missbrauch, Vergewaltigung – und leider gilt sie als einer der Hauptumschlagsplätze für Kinderhandel in Südafrika.
Icon
unterwegs | November 2024
Hinter Gitterstäben und halbnackt tanzen diese Frauen, um zu überleben. Doch das wahre Gefängnis ist viel tiefer!
Icon
unterwegs | Mai 2024
Unglaublich! Im März haben wir von Free To Fly unseren 4. Geburtstag gefeiert und endlich von der Stadt Kapstadt grünes Licht erhalten für unser Schutzhaus für Kinder und Jugendliche aus dem Menschenhandel.