Herausforderung, die sich lohnt
„Also ich bin Deutsche, aber vor allem Bolivianerin, weil ich in La Paz geboren und aufgewachsen bin und außerdem bin ich auch Chilenin“ sagt die Eine. „Ich habe einen deutschen und einen chilenischen Pass, aber eigentlich komme ich aus Bolivien“ antwortet die Andere. Die Leute sind dann meistens etwas verdutzt und haben Erklärungsbedarf. Und wenn man in der Bahn dann noch auf Türkisch angesprochen wird und außerdem auf jedem Amt gesagt bekommt „Sie können aber gut Deutsch“, obwohl man doch „eigentlich“ Deutsche ist, ist die Verwirrung perfekt.
Aber es ist vor allem ein innerer Konflikt: Wo gehöre ich hin? Gibt es überhaupt einen Ort auf dieser Welt, wo ich ganz zuhause bin? Das sind die typischen Fragen von Missionarskindern - eine große Herausforderung, auch für uns Eltern. Aber gleichzeitig bringt das Leben zwischen mehreren Kulturen so viele wertvolle Erfahrungen und neue Perspektiven mit sich. Was für eine Bereicherung!
Die herzen-und lebenverändernde Macht Jesu
Leo, Ex-Bandenführer der Straßenbande „Die Unberührbaren“ lässt sich unerwartet zum Gottesdienst einladen. Er kommt viel zu spät, hört aber bei der Predigt aufmerksam zu. Beim Aufruf zum Gebet geht er plötzlich nach vorne und bittet Jesus, in sein Leben zu kommen.
Drei Tage später im Hochsicherheitsgefängnis: Ein Inhaftierter bittet Juan um ein Gespräch. Er ist verzweifelt, weil er jemanden umgebracht hat, und sieht keinen Ausweg für sein Leben. Wie befreiend ist es, als er Jesus um Vergebung bitten und auch denen verzeihen kann, die ihm Unrecht getan haben. In solchen Situationen sind wir uns sicher, dass sich unser Einsatz in Bolivien lohnt. Und wenn wir in den Bergdorfschulen erleben, wie Kinder, die nie lachten, nun fröhlich Loblieder singen, wissen wir, dass Jesus am Wirken ist – trotz aller Herausforderungen.
