Helfen ist eine Kunst

Wir aus Europa haben oft eine schnelle Lösung für manche Lebensumstände. Oft haben wir auch die Mittel, doch bringt die Hilfe nicht immer den gewünschten Erfolg.

So manches Lehrgeld haben wir schon bezahlt, weil unsere Hilfsversuche anders ausgelebt wurden, als wir uns das gedacht hatten. Ein-mal renovierte Moisés ein Fahrrad komplett, damit die Indianerfamilie etwas mobil sein konnte. Als wir das nächste Mal kamen, war das Fahrrad in ein Gewehr zum Jagen umgetauscht.

Wir unterstützten die ausgebildete Gesundheitshelferin Fransiska mit Lebensmitteln, was den Effekt hatte, dass ihr Mann nicht mehr arbeiten ging.

Nach und nach entdeckten wir, dass das Misstrauen unter den Indianerfamilien so groß ist, dass keiner sich vom anderen Medikamente geben lässt. Also war die Hoffnung, dass der Gesundheitshelfer durch Medizin sich etwas verdienen könnte, auch ein Fehlschlag zumindest bei dem Volk, unter dem wir arbeiten. In der Familie aber wird niemand auf die Idee kommen, die Medizin zu bezahlen. Das ist der Grund, warum die Gesundheitshelfer gar keine Medikamente mehr haben wollen.

Ist ein Kühlschrank lebensnotwendig?

Unsere gläubigen Indianergeschwister litten sehr unter der Hitze, weil das Wasser aus dem gemeinnützigen Wassertank so warm war. Zuerst ersetzten wir ihre 100 m Stromkabel, die teilweise aus Antennenkabelbestanden. Nun wurde der Wunsch laut nach einem Kühlschrank. Gerne hätten wir diesen erfüllt, doch wir hatten schon einiges gelernt: wie oft fehlte der Strom und damit auch das Wasser. Monatelang transportierte Moisés an die 120 Liter Wasser auf dem Geländewagen. Niemand war bereit, zusammenzulegen und die kaputte Pumpe zu ersetzen, obwohl an die hundert Familien von dem Wasserverteilnetz versorgt wurden.

Der Kühlschrank, der zum Brunnen wurde

Eines Tages sahen wir uns geführt, einen Brunnen graben zu lassen. Damit behoben wir den Wassermangel, die Wasserqualität verbesserte sich und sie hatten jederzeit kühles Brunnenwasser für ihren erfrischenden Terere, der in der Hitze einfach zum Leben dazugehört.

Moisés und Annettes Arbeit unterstützen

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

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