Haltet das Seil!
Ein starkes Bild. Die Rednerin erinnert damit an ein Zitat von William Carey (1761–1834): Die Leiter der Baptist Missionary Society verglichen die geistliche Not in Indien mit einem tiefen, dunklen Schacht und fragten: „Wer steigt hinunter, um diesen Menschen das Evangelium zu bringen?“ Careys Antwort war schlicht und stark: „Ich steige hinunter, aber ihr müsst das Seil halten.“
Ich erinnere mich an meine Kindheit: Mein Schwager ließ mich einmal an einem Seil in einen Brunnen hinunter, um ein Schöpfgefäß zu retten. Von da unten schien die Brunnenöffnung winzig zu sein und unendlich weit weg; aber ich hatte keinen Zweifel, dass mein Schwager mich wohlbehalten wieder herausziehen würde.
So ist auch Mission Teamarbeit: Wer geht, braucht Menschen, die tragen – im Gebet, finanziell, mit Ermutigung und praktischer Hilfe. Sowohl Paulus als auch Johannes schreiben von der Aufgabe, Gottes Botschafter für ihre Reise auszurüsten.
Carlos erzählt, wie Freunde aus Paraguay ihm und seiner Familie für die Zeit in der Heimat eine Wohnung und ein Auto organisiert haben. In Kürze geht es für ihn zurück nach Zentralasien, wo er seit Jahren einem bestimmten Volk dient.
So wie Gott sich zur Kooperation mit der Gemeinde verpflichtet und sie überreich ausrüstet zu jedem guten Werk, so kann Mission gelingen, wenn die sendende Gemeinde dafür sorgt, dass ihre Missionare in der besten Kondition sind, um den Auftrag auszuführen.
Bei CONAMI-Paraguay beten wir für 80 einheimische Missionarseinheiten. Noch nicht alles funktioniert perfekt – aber wir üben uns weiter darin, das Seil zu halten.
Auch ich habe erlebt, wie andere mich gehalten haben. Mein Wunsch: dass keiner meiner Missionarskollegen im Einsatz abstürzt, sondern dass jeder getragen wird.
*Name geändert
