Gemeinsam das Evangelium leben
Er war einer der aufmerksamsten Studenten dieses Jahrgangs. Eine Frage beschäftigte ihn besonders: Wie sollen Christen mit Alkohol umgehen?
In der indigenen Kultur Perus, in der er aufgewachsen ist, gilt Alkohol unter Christen als absolutes Tabu. Anders als in Deutschland gibt es kaum ein Verständnis von maßvollem Konsum: Wer trinkt, der betrinkt sich.
So fragte er mich eines Tages, ob es aus biblischer Sicht falsch sei, ein Bier zu trinken, ohne sich zu betrinken. Ich erklärte ihm, dass die Bibel verantwortungsbewussten Genuss nicht grundsätzlich als Sünde einstuft. Gleichzeitig sprach ich offen über die Risiken und Herausforderungen, die Alkohol mit sich bringt. Es entstand ein ehrliches und gutes Gespräch.
Als er ging, freute ich mich innerlich. Es schien, als habe sich etwas bewegt:
Weg von einem reinen Schwarz-Weiß-Denken hin zu der Bereitschaft, eigene Wünsche, Gewohnheiten und Denkmuster im Licht der Bibel zu prüfen.
Ob meine Antwort letztlich gut und hilfreich war, kann ich nicht abschließend sagen. Ich hoffe weiterhin, dass er aus gesundheitlichen Gründen auf Alkohol verzichtet. Gleichzeitig war ich dankbar, dass er seine Frage anhand der Bibel
durchdenken wollte und so zu einem reflektierten Verständnis kommen konnte.
Meine Hoffnung ist, dass er auch andere Bereiche seines Lebens auf diese Weise prüft: mit der Bibel in der Hand danach zu fragen, was Gottes Wille ist – ganz im Sinne von Römer 12,2.
Gebetsanliegen
Wachsender Unterstützerkreis, Erneutes Einleben in Klima und Kultur in Peru, Mentale und körperliche Gesundheit
