Flucht ins Wasser
Plötzlich raste eine riesige Spinne über den Weg im Regenwald und sprang in den Fluss. Völlig überrascht von diesem ungewöhnlichen Verhalten, suchte ich die Spinne im Wasser. In diesem Moment flog ein großes schwarzes Insekt über die Wasseroberfläche genau an der Stelle, wo die Spinne eingetaucht war – als würde es sie suchen. Wie ein Helikopter auf der Suche nach Überlebenden auf dem Meer flog das Insekt kreisend über das Wasser, vergrößerte seinen Suchradius und gab schließlich auf.
Es handelte sich um eine Tarantelwespe. Kein Wunder also, dass die Spinne panisch geflohen war! Die Erklärung ist erschreckend und faszinierend zugleich:
Tarantelwespen überwältigen große Tarantelspinnen mit einem präzisen Stich, der sie lähmt, aber nicht tötet. Anschließend schleppen sie ihre Beute in eine vorbereitete Höhle oder ein selbst gegrabenes Loch, dort legen sie ein einzelnes Ei auf den lebenden Körper der Spinne. Nach dem Schlüpfen frisst die Larve die Spinne langsam von innen auf – die weniger wichtigen Organe zuerst, damit die Beute möglichst lange am Leben und frisch bleibt.
Für die Spinne am Waldweg war der Sprung in den Fluss die einzige Überlebenschance – um nicht bei lebendigem Leib langsam aufgefressen und schließlich zugrunde gerichtet zu werden.
Diese Szene erinnert uns an zwei wichtige biblische Prinzipien:
- Wir sollen vor der Sünde fliehen (vgl. 2. Timotheus 2,22 und 1. Korinther 6,18).
- Sünde birgt die Gefahr, langsam in uns zu wachsen und den Tod hervorzubringen (vgl. Jakobus 1,14–15).
Für die Spinne war es eine Überlebensfrage, der Tarantelwespe zu entkommen; dazu musste sie ins Wasser springen. Hätte sie das nicht getan, dann wäre ein Parasit in sie hineingesetzt worden, der sie langsam aufgefressen hätte.
Genauso sollten auch wir die tödliche Gefahr von Sünde niemals unterschätzen – sondern fliehen, bevor sie in unserem Inneren Wurzeln schlägt und unser geistliches Leben zerstört.
