Fliegen will gelernt sein

Mittlerweile darf ich auf fast 15 Jahre in Afrika zurückblicken: Anfangs als Dozentin an einer Bibelschule für die Pastoren der Buschgemeinden im Südsudan; danach durfte ich als Dozentin und Schulleiterin an der Ausbildung von Pastoren und Pastorinnen im Halb-Busch Mosambiks mitwirken. Seit drei Jahren diene ich überregional in der Förderung und Schulung von Dozenten und Leitenden an theologischen Seminaren in afrikanischen Ländern.

Ode an die afrikanische Frau

Seit 2021 ist eine meiner Hauptaufgaben die Unterstützung und Schulung afrikanischer Dozentinnen an den Seminaren in unserem afrika-weiten Netzwerk. Ich erinnere mich noch gut an ein Gespräch in Mosambik – eine Studentin sagte mir, sie hätte nicht gewusst, dass Frauen auch Theologie studieren dürften; dann lud ein Freund sie zu einer Abschlussfeier ein und dort sah sie tatsächlich eine Frau auf der Bühne. Am nächsten Tag schrieb sie sich ein! Wenn man nie eine Frau in einer Leitungsfunktion sieht, dann weiß man natürlich auch nicht, dass dies möglich ist.

Ich stelle mir die Gemeinde immer als einen Vogel vor, der nur mit zwei Flügeln fliegen kann – Männer und Frauen. Wenn nun aber Frauen ihre gottgegebenen Gaben nicht einsetzen (dürfen), dann ist die Kirche wie der Vogel, der versucht, mit nur einem Flügel zu fliegen. Wenn Frauen eine höhere theologische Ausbildung erworben haben, werden sie meistens auch in der Gemeinde eingesetzt. So sind sie Ermutiger und Vorbilder für die nächste Generation von Frauen im Dienst.

 

 

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unterwegs | Ausgabe 1/2025
Mit beeindruckender Hingabe gestalten Theologinnen in Afrika nicht nur den akademischen Raum, sondern prägen als Vorbilder und Ermutigerinnen auch das geistliche Leben ihrer Gemeinden. In den meisten afrikanischen Kirchen überwiegt der Frauenanteil deutlich. Wenn ich Kirchen besuche, bin ich am Eingang von Frauen umgeben. Doch je näher ich der Kanzel komme, desto leerer – und männlicher – werden die Reihen, bis schließlich ganz vorne kaum noch eine Frau zu sehen ist.