Es trifft sie doppelt
Angriffe auf christliche Gemeinschaften zielen oft auf die schwächsten Glieder. In Schule und Nachbarschaft werden christliche Kinder oft gehänselt. Oft müssen sie dem Unterricht der Mehrheitsreligion folgen, z. B. in muslimischen Kontexten. Sie haben nicht die gleichen Chancen wie andere Kinder; deshalb ist es für sie viel schwieriger, später ein berufliches Auskommen zu finden. Vielfach sind bereits ihre Eltern arm – wie die leibeigenen Ziegelbrenner in Pakistan – und ihre christliche Gemeinschaft wird diskriminiert. Aus diesem Teufelskreis auszubrechen, ist immer noch schwer.
Christliche Mädchen sind nochmals zusätzlich bedroht, besonders in einem Viertel der Länder, wo Christen unter Druck stehen wegen ihres Glaubens: Männer versuchen gezielt christliche Mädchen zu missbrauchen. Ihnen droht Vergewaltigung, Zwangsverheiratung und erzwungene Bekehrung zu einem anderen Glauben – nicht nur in Pakistan, sondern auch in Ägypten.
Christliche Jungen sind durch Zwangsrekrutierung gefährdet in Gebieten, wo Rebellen oder Milizen herrschen, wie in manchen lateinamerikanischen oder afrikanischen Ländern.
Kinder werden von ihren Wurzeln abgeschnitten, wenn man sie ihren Eltern wegnimmt, nur weil diese Christen (geworden) sind. Der Zusammenhalt über die Generationen wird zerstört. Mit derartigen Übergriffen werden das Wohl und Überleben christlicher Gemeinschaften nachhaltig gestört.
Forschungsgemeinschaft
Solche Überschneidungen verschiedener Bedrohungen von Christen thematisiert die Forschungsgemeinschaft des Instituts zum Studium der Religionsfreiheit an der Evangelischen Theologischen Fakultät in Leuven. Im Mai 2025 erwarten wir wieder 60 Teilnehmer und 30 Referate. Christof ist als Seniorberater aktiv beteiligt.
