Er schließt und er öffnet

Als ich wegen einer Erschöpfungsdepression keinen Satz mehr auf die Reihe bringen konnte, war das das Ende meiner Karriere als Programmproduzentin beim Missionsrundfunk. Unvergesslich bleibt mir der Eindruck von einer Tür, die dröhnend ins Schloss fällt. Ich musste Hilfe und Heilung suchen, musste geduldig warten und vertrauen, ohne zu wissen, wie mein Leben weitergehen sollte.

In dieser Zeit zeigte mir der Bildschirmschoner auf meinem Laptop täglich folgendes Zitat von Nicky Gumbel: „Until God opens the next door, praise Him in the hallway” (Bis Gott die nächste Tür öffnet, preise ihn schon auf dem Flur). Mir war natürlich nicht nach preisen zumute. Ich klammerte mich nur an die Gewissheit, dass Gott noch
da ist, mich liebt und keine Fehler macht. Es dauerte lange, bis Gottes Zeit gekommen war.

Neue Wirkungsräume

Seit ich wieder arbeitsfähig bin, unterstütze ich mit Begeisterung die einheimische Missionsbewegung. Beim täglichen Mentoring in unserem Trainingszentrum kann ich Missionare aus verschiedenen Ländern Südamerikas ausbilden.

Mit anderen Fachleuten sind wir dabei, ein Netzwerk zur seelsorgerlichen Begleitung für einheimische Missionare aufzubauen. Mit ecuadorianischen Frauen treffen wir uns monatlich per Zoom, um die Missionarinnen zu hören, und wöchentlich per Telefon, um für ihre Anliegen zu beten.

Im Sommer fand in Quito die Konferenz der iberoamerikanischen Missionsbewegung mit 130 Teilnehmern statt. Es tat so gut, aus der Erfahrung von anderen Spanisch und Portugiesisch sprechenden Mitarbeitern zu lernen.

Mit meinen deutschen Kollegen stellen wir Radioprogramme in indigenen Sprachen zur Verfügung, damit auch den am wenigsten erreichten Volksgruppen Ecuadors die Tür zum Glauben geöffnet wird. Seit Kurzem trägt unser Verein auch die legale Verantwortung für den christlichen Sender Radio HCJB-2, der seit 50 Jahren den Menschen in der Drei-Millionen-Stadt Guayaquil die Gute Nachricht bringt.

Die Tür zum Leben

Danke für Ihre Unterstützung der Mission in Ecuador! Wir beten, dass in dieser Adventszeit noch vielen Menschen die Tür nach Hause zum Vater geöffnet wird.

Esthers Arbeit unterstützen

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

Esthers Blog

Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

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unterwegs | Ausgabe 2/2025
Ich wollte helfen, lehren, prägen und merkte erst später, wie viel Stolz darin lag. Als Gott mich nach Ecuador führte, begann ein neuer Weg: weg vom Geben aus eigener Kraft, hin zu einem Dienen, das auf ihn angewiesen ist.
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unterwegs | Ausgabe 1/2025
Carlos* ist jung, kräftig und erfahren in interkultureller Mission. Doch als man ihm auf einem Treffen ein rotes Seil umbindet und ihn in die hinterste Ecke des Raumes schickt, schaut er verdutzt drein. Dann die Aufforderung: „Haltet sein Seil!“
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unterwegs | November 2024
Zur Unterweisung von Kindern sollten nur die besten Theologen zugelassen werden. Seltsamerweise fällt diese Verantwortung meist Frauen und Anfängern zu.