Empathie und Mitgefühl
Gelegentlich bin ich (Marc) nicht so „wortgewandt“, deshalb habe ich etwas gegoogelt und bin auf ein paar Worterklärungen gestoßen, die ich zu diesem Thema hilfreich fand:
„Empathie heißt: Ich fühle das, was ein anderer Mensch fühlt. Mitgefühl bedeutet: Ich kümmere mich um den anderen, ich sorge für ihn.“ (Quelle: Wikipedia)
Empathie
„Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung – je offener eine Person für ihre eigenen Emotionen ist, desto besser kann sie auch die Gefühle anderer deuten.“ (Quelle: Wikipedia)
Die ersten Covid-Monate habe ich nach eigenem Empfinden eigentlich recht gelassen hinnehmen können. Meine Selbstwahrnehmung heute: Ich fühle immer schmerzlicher den Verlust, dass die Besuche im Gefängnis nicht mehr möglich sind. Bei Besuchen im Reservat spüre ich Unsicherheit auf beiden Seiten, besonders nachdem nun auch in einem benachbartem Indianerreservat Covid-Fälle aufgetreten sind. So sind Besuche oft nur kurz und finden meist vor der Haustür statt. Gelinde ausgedrückt, das ist nicht ideal und erschwert unsere Arbeit sehr. Aber mein eigenes „Ringen und Leiden“ in und durch diese Zeit hilft mir, mit anderen mitzufühlen, die noch stärker leiden, z. B. wegen psychischer Erkrankung. Manche von ihnen leiden so stark, dass sie suizidgefährdet sind.
Mitgefühl
Die Selbstmordrate war unter den Indianern in Kanada schon vor dem Corona-Virus erheblich höher als im Rest der kanadischen Bevölkerung. Nun ist diese Rate gerade in den Reservaten nochmals um einiges gestiegen und hat auch vor den Secwepemc-Indianern, unter denen wir arbeiten, nicht haltgemacht und betroffen sind auch Familien, die wir gut kennen. Bitte betet! – Mitgefühl, „Ich kümmere mich um den anderen“, sieht dann z. B. so aus, dass wir Essenspakete zu Familien ins Reservat bringen oder Essen kochen für eine betroffene Familie, die nun täglich ihre Tochter im Krankenhaus besucht, nachdem sie von einer Brücke gesprungen ist.
