Ein kleiner Hirte findet Hoffnung

Viele Fulani haben sich Terrorgruppen und Banditen angeschlossen, die im Namen Allahs ganze Dörfer auslöschen. Die Anderen von ihnen haben es also nicht leicht in Nigeria. Es steigen nicht nur Furcht, sondern auch Misstrauen und Hass gegen diese Gruppe auf, die ohnehin recht abgesondert und anders lebt: manche nomadisch in Grashütten, andere halbnomadisch. Weitere haben sich sesshaft gemacht und Arbeit angenommen – auch Sanis Vater, der im Baobab-Valley als Wachmann arbeitet.
Auch zu den Zeiten Jesu waren die Hirten eine nicht besonders anerkannte Gruppe von Menschen – abgesondert verbrachten sie ihre Tage und Nächte in der freien Natur.
Die meisten Fulani sind muslimisch; so auch Sani sowie Khadija, Halima, Rabi, Ummi, Halira, Idris und Adamu. Sie waren die Ersten, die Gottes Liebe in der Baobab-Valley-School erleben durften, als wir 2023 unsere Schule eröffneten. Ich erinnere mich noch gut an Sani, wir schätzten ihn damals auf etwa sechs Jahre und platzierten ihn in die erste Klasse: stumm und ein Ausdruck von Unsicherheit auf dem Gesicht. Wochenlang schaffte er es nicht zu lächeln. Dann begann er allmählich, auf englische Anweisungen zu reagieren, und traute sich, in dieser Sprache auch erste Wörter zu sprechen. Nie vergesse ich den Tag, an dem er bei einem meiner Besuche freudestrahlend auf mich zurannte und in gebrochenem, aber tapferem Englisch um ein Springseil für die Pause bat.
Sani geht nun offensichtlich gern zur Schule. Sie ist ihm ein Ort der Sicherheit geworden: Hier darf er lernen, genauso wie andere Kinder, die in vorteilhafteren Verhältnissen aufwachsen.
Vielleicht wird auch Sani eines Tages begreifen, dass die Liebe, die ihm in der Baobab-Valley-School entgegenschlägt, von jenem Kind im Stall kommt.

Nie vergesse ich den Tag, an dem er bei einem meiner Besuche freudestrahlend auf mich zurannte und in gebrochenem, aber tapferem Englisch um ein Springseil für die Pause bat.
Sani geht nun offensichtlich gern zur Schule. Sie ist ihm ein Ort der Sicherheit geworden: Hier darf er lernen, genauso wie andere Kinder, die in vorteilhafteren Verhältnissen aufwachsen.
Vielleicht wird auch Sani eines Tages begreifen, dass die Liebe, die ihm in der Baobab-Valley-School entgegenschlägt, von jenem Kind im Stall kommt.

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