Ein Gott der Überraschungen

„Ich werfe mich ins Schwimmbad“, wiederholte der Direktor der Bibelschule, um zu verdeutlichen, dass er endlich in Angriff nimmt, was lange niemand wagte: die Renovierung der Bibelschule. Warum? Der Gemeindeverband sprach immer von neuen Projekten, wollte die Bibelschule abreißen. So schlafen die Schüler in verfallenen Gebäuden. Deshalb fing er an zu renovieren, darauf vertrauend, dass Gott die Mittel schenkt. Leichtsinn oder Gottvertrauen?

Genau da überraschte mich eine E-Mail: „Wir haben eine Frauenkonferenz und würden dir gern die Hälfte des Opfers zukommen lassen“. Das ist kein Zufall, sondern Gottes Fürsorge!

Dreifache Ruhe

Die letzten fünf Monate waren eine große Herausforderung; nicht nur wegen des virtuellen Unterrichts, sondern auch wegen den Leuten in der Wohnung über mir. Die Häuser sind hier nicht so gut isoliert, man hört alles. Die Personenzahl vermehrte sich von vier auf acht, was sich rund um die Uhr bemerkbar machte. Schlafunterbrochene Nächte zehrten an meinen Nerven. Wie lange soll das so weitergehen?

Eine Wohnung wurde mir angeboten, doch es löste sich alles ganz anders: Die Familien unter, über und neben mir zogen alle zur gleichen Zeit aus. Diese dreifache Ruhe ist ein wahres Geschenk!

Eine Ermutigung kommt selten allein

Wie einsam kann man sich fühlen!? Nach langer Zeit gibt es wieder Präsenz-Gottesdienste. Zuerst kamen nur Wenige, aber nun kommen die Leute wieder „aus ihren Höhlen gekrochen“. Ermutigend war der Besuch von zwei Deutschschülern, die fünf Stunden blieben: Unglaublich, wie gut Reden tun kann! Und nun kommt für eine Woche eine Freundin. Gott ist ein Gott, der uns immer wieder beschenkt.

Diese Tage erhielt ich zwei Anrufe von Bibelschülern: „Profe, könntest du mir nicht Extraunterricht geben, wie man Briefe schreibt? Meine Gemeinde fordert das.“ Eine andere Schülerin: „Könntest du mir nicht helfen? Ich studiere Linguistik, komme aber mit dem Englisch nicht klar.“ Hat das mit dem Evangelium zu tun? Liebe üben am Nächsten, Hilfsbereitschaft … 

Jedenfalls zeigt Gott mir, dass er immer wieder Freuden bereithält: „Du, Herr, beschenkst mich mit Freude, denn du bist bei mir; aus deiner Hand empfange ich unendliches Glück.“ (Ps 16,11)

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Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

Miriams Blog

Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

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unterwegs | Ausgabe 1/2025
Meister im Ausreden-Suchen – da gehören meine Schüler dazu. Doch vielleicht auch du und ich? Immer wieder stoße ich an Grenzen, stehe vor der Herausforderung, zu entscheiden, was in einer gewissen Situation adäquat ist. Fehlentscheidungen sind da nicht ausgeschlossen. Lies selbst, was Gott aus Fehlentscheidungen machen kann!
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Update
Ein Leben ohne Beziehungen und Begegnungen mit Menschen wäre für mich undenkbar. Umso mehr schätze ich den Dienst am Bibelinstitut für Quechuas, aber auch sonst verschiedene Gespräche im Alltag, die herausfordernd oder auch lustig sein können. In meinem neuen Blogbeitrag stößt man auf Anunnakis, gestohlenes Zuckerrohr und auf interessante Fragen meiner Schüler: Schmunzeln ist angesagt, denn: „Es gibt keine Zufälle. Es gibt nur Begegnungen, die entweder ein Test, eine Lektion oder ein großes Geschenk sind.“ (Silke Loers)  
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unterwegs | November 2024
Auch ohne eigene Kinder hat Gott mir Kinder anvertraut: Die letzten Jahre waren „meine Schützlinge“ die Studenten an der Bibelschule, besonders, wenn sie ihr Herz öffneten. Alle Schüler sind kinderlos, lieben aber Kinder.