Ein Blick durch den Gartenzaun
Meine Schwester antwortete spontan einfach: „Okay“. Und so hatten wir plötzlich eine kleine Schar von Kindern in unserem Garten stehen, denn der kleine Junge, der, wie sich herausstellte, aus Serbien kam, brachte auch noch seine vier Geschwister mit. Wir spielten den ganzen Nachmittag mit ihnen und versuchten, uns soweit es mit ihrem gebrochenen Deutsch möglich war zu verständigen. Von da an verbrachten wir sehr viel Zeit mit diesen Kindern. Durch sie bekamen wir auch Kontakt zu einer kosovarischen Familie, die einige Kilometer entfernt wohnte und nach einiger Zeit wieder in den Kosovo zurückkehren musste. Ich besuchte die Familie mehrmals im Kosovo und entschied mich, mein Theorie-Auslandssemester ebenfalls dort zu machen. Dadurch bekam ich einen tiefen Einblick in die Roma-Kultur, in die Art und Weise wie Beziehungen und Familie gelebt werden und in die verschiedenen Mechanismen, die im Armutskreislauf eine Rolle spielen. Mit der Zeit wurde mir klar: Gott hat mein Herz für diese Volksgruppe markiert. So entschied ich mich auch mein Praxissemester in einem Projekt zu machen, das Roma dient, und kam nach Bulgarien an den Ort, an dem ich nun schon seit 3 Jahren bin und meine Gaben, meine Profession und mein Herz einbringen darf um Reich Gottes zu bauen. Und alles fing mit einem Blick durch den Gartenzaun an. Ich will dich ermutigen, auch mal einen Blick durch deinen Gartenzaun zu werfen und wahrzunehmen, wo Gott dich in deiner Umgebung gebrauchen und eine ganz eigene Geschichte mit deinem Leben schreiben will.
