Die Hirten waren als Erste im Stall
Mit Weihnachten verbinde ich Überraschung und Segen. Überraschung, weil Gott so ganz anders handelt, wie ich als Mensch es getan hätte. Segen, weil durch die Ereignisse an Weihnachten Gottes Güte und Freundlichkeit für alle Menschen offenbart wurden.
Und Gott hat besonders ein Herz für einfache und am Rande der Gesellschaft lebende Menschen: In der Weihnachtsgeschichte lesen wir von den Hirten, die als Erste die frohe Botschaft von der Geburt Jesu hörten und als Erste im Stall das Baby bestaunen und anbeten durften.
Dieses Herz Gottes für einfache Menschen erleben wir hier in unserem Dienst in Peru auf vielfältige Weise:
Dieses Herz Gottes für einfache Menschen erleben wir hier in unserem Dienst in Peru auf vielfältige Weise.
Sie liegt auf der Patientenliege und wartet geduldig auf mich. Eine ca. 70jährige Quechua-Dame. Einfach gekleidet, das Gesicht gezeichnet von einem entbehrungsreichen Leben unter der erbarmungslosen Anden-Sonne. Sie verzieht keine Miene, während ich sie untersuche. Sie spricht kein Wort Spanisch und eine Krankenschwester übersetzt zwischen meinem Spanisch und ihrem Quechua. Sie hat höchstwahrscheinlich einen weißen Hautkrebs. Ich erkläre, wie ich sie behandeln möchte. Sie und ihre Kinder nicken und sind zufrieden. Und ich muss daran denken, dass diese Quechua-Dame im staatlichen Gesundheitssystem wahrscheinlich nicht weiter als bis zur Anmeldung gekommen wäre. Es wird schwer, wenn man kein Spanisch spricht und nicht viel Geld hat.
Oder unser Nachbar Daniel. Er kommt ursprünglich aus Curahuasi, war jedoch ca. 20 Jahre wegen Studium und Arbeit in der Hauptstadt Lima. Mittlerweile hat er eine Familie gegründet, aber sein junger Sohn hat eine schwere Form von Autismus. Nun ist er nach Curahuasi zurückgekehrt, damit sein Sohn in den Kindergarten des Colegio Diospi Suyana gehen kann.
Während wir zu einem Männertreffen fahren, erzählt mir Daniel, wie froh er ist, dass sein Sohn in diesem Kindergarten ist, wie gut er ihm tut und wie krass der Unterschied zur Hauptstadt Lima ist. Und ich freue mich mit, dass das hier in Curahuasi, mitten in den Anden Perus, möglich ist.
Gott hat ein Herz für die einfachen und marginalisierten Menschen.
Gebetsanliegen
- Danke, dass wir Gottes Botschafter seiner Güte und Freundlichkeit sein dürfen
- Bitte um Zahnärzte/Zahntechniker für das Hospital Diospi Suyana
