Deutschkenntnisse sind oft unverzichtbar
Diese Idee ließ sich jedoch aus beruflichen Gründen des Ehemannes nicht umsetzen. So beschlossen wir beide Frauen, einen Frauenhauskreis zu starten. Mehrere aus der Gemeinde schlossen sich an, unter anderem eine Südamerikanerin.
Eines Abends, als wir Gebetsanliegen austauschten, erzählte sie, dass ihr bei Vorstellungsgesprächen mehrfach gesagt
worden sei, ihre Deutschkenntnisse reichten nicht aus. Ich bot ihr an, mit ihr zu lernen, in Frankreich hatte ich häufig Deutsch- Nachhilfe gegeben.
Ein Untermieter meiner Freundin, ein Mann aus einem afrikanischen Land, bekam das Gespräch mit und schloss sich spontan an: Auch er fand trotz guter Abschlüsse keine Arbeit, weil seine Deutschkenntnisse nicht genügten. Nach und nach kamen weitere hinzu. Eine Frau erschien zunächst allein und fragte bald, ob auch ihr Mann teilnehmen dürfe. Beide sind als verfolgte Christen nach Deutschland gekommen und haben in unserer Gemeinde eine geistliche Heimat gefunden.
Beim Kirchkaffee erzählte ich einer Freundin von unserem kleinen Deutschkurs. Eine Tischnachbarin hörte zu und fragte, ob noch weitere Teilnehmende dazukommen könnten. Sie leitet einen Pflegedienst; einige ihrer Mitarbeitenden bräuchten dringend bessere Sprachkenntnisse, um verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen zu können. Unser Kurs bereitet inzwischen auf die B2-Prüfung vor und die Gemeinde stellt uns einen Raum zur Verfügung, da unser Wohnzimmer zu klein geworden ist.
Was als Unterstützung für eine Einzelne begann, ist zu einem Ort der Begegnung gewachsen.
Hier wird gelernt, gelacht, gerungen und es entstehen Beziehungen. Für mich ist das gelebte Mission im Alltag: Menschen befähigen, Teilhabe ermöglichen und Gemeinde als Raum erfahrbar machen, in dem praktische Hilfe und geistliche Gemeinschaft zusammengehören.
