Der Kirchgang ist nicht alles
Bei einem Hausbesuch fragte ich den jungen Familienvater: „Gehst du deinen Weg mit dem himmlischen Vater?“ Antwort: „Ich war schon lange nicht mehr im Gottesdienst.“ Daraufhin entspann sich ein Gespräch darüber, worauf es tatsächlich ankommt, nämlich eine persönliche Beziehung zu unserem Vater im Himmel. Dafür ist es natürlich
auch wichtig, regelmäßig am Gottesdienst teilzunehmen.
Achtung, Religion!
Die Gefahr, dass der christliche Glaube nur als Religion ausgeübt wird, ist auch beim indigenen Volk der Mbya vorhanden. Nur tägliches Bibellesen und die Gemeinschaft mit dem himmlischen Vater im Gebet bringen uns in engen Kontakt mit unserem Schöpfer – das wollen wir den jungen und auch alten Gläubigen nahebringen. Die lebendige Hoffnung lässt uns in allen Lebenslagen durchhalten und das muss geübt werden. Leider gibt es in der Stammessprache keine Anleitung zur Bibellese, das erschwert den Einzelnen das tägliche Lesen.
Statt Hauskreis eben Frauenkreis
Wochenlang warteten wir darauf, dass die jungen Familienväter sich entscheiden für einen Tag, wo man in einer kleinen Gruppe miteinander die Bibel liest und Gemeinschaft hat. „Ja, das wäre gut“ – und dabei blieb es.
Da waren die Frauen anders: „Wir wollen das Wort studieren, komm.“ Gesagt getan – am Mittwoch ist unser Frauenmittag, wo wir uns treffen, wenn das Wetter es zulässt, denn wir sind unter freiem Himmel. Es macht Freude, mit den jungen Frauen so richtig ins Gespräch zu kommen. Nun kann man auch Erziehungsfragen besprechen und auf ihre Nöte eingehen. Keine Predigt, sondern im Wort Gottes Lösungen entdecken.
Ermutigung
Das freut uns besonders, weil die jungen Mütter früher die Kinder waren, denen (und deren Eltern) wir das Wort Gottes nahebrachten. Dies ermutigt uns, nicht müde zu werden und weiterzumachen – nach 17 Jahren.
