Der Heiland ist geboren, auch für unseren Alltag

Ein Heiland ist nicht nur einer, der das Heil bringt, sondern auch ein Retter. Da sitzt meine Tochter in der Physikprüfung und es wird gerade das drangenommen, was sie nicht mit mir gelernt hat. Da hat man einen wichtigen Predigttermin, er kommt immer näher und man weiß noch gar nicht, was man da überhaupt sagen soll. „Kannst du mir nicht noch schnell helfen?“, wird man von einer anderen Seite gefragt. Innerlich weiß man, dass ein gewisses Seelsorgegespräch überfällig ist; aber man schiebt es vor sich her, weil es sich um jemanden handelt, den zu konfrontieren nichts als Ärger verursachen wird. Am Freitag ist die Missionsvereinssitzung bei uns zu Hause mit zusätzlichen Gästen aus dem Ausland, und bis morgen muss noch dieser Bericht abgegeben sein. Aber: Euch ist ja der Heiland geboren …

Die Erlösungsbotschaft, durch seine Gnade von dem Herrn Jesus Christus bringt Frieden in die aufgescheuchte und von vielem umgetriebene menschliche Seele – wenn man sie (nur) annimmt. Auch Frieden in die meinige schon von Ihm gerettete Seele. Oder etwa nicht?

„Vater im Himmel! Geheiligt werde Dein Name. Es geht um Dein Reich, Deinen Willen. Und doch haben wir in dieser Welt Bedürfnisse und Not. Nicht nur wegen dem täglichen Brot, welches Du uns, Dir sein Dank, so treu und reichlich schenkst, sondern auch wegen eines harmonischen Familienlebens, und zu dem gehört auch, dass die Kinder ihre Klausuren bestehen, eine segensreiche Arbeit und dazu gehört, dass die Gemeinde, für die man mitverantwortlich ist, in Heiligkeit lebt … und so vieles mehr. Heiland, Heiland, hilf! Bitte!“

„Meine Kraft ist in der Schwachheit mächtig.“ „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.“ – „Danke, lieber Heiland! Ja, ich erinnere mich!“ – „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.“ – „Du hast bis hierher wunderbar geholfen. Sogar in Schwierigkeiten, die viel größer und schwerer waren. Ich will mich daran erinnern und Dir danken … und auch vertrauen, dass Du die Lösung hast für meine jetzigen Aufgaben, die mich so bedrücken, ‚Eines nach dem anderenʻ, wie mich meine geliebte Frau Nadiya so oft ermutigt. Vater im Himmel, herzlichen Dank für sie!“

Am Wochenende waren wir auf einer Missionskonferenz der Brüdergemeinden, wo wir sehr viele liebe Geschwister wiedersehen durften, die wir im Verlauf der letzten zwölf Jahre unseres Dienstes hier in Argentinien kennengelernt haben. Es war eine wahre Freude, Bibelschüler zu treffen, Gemeindeälteste, in deren Gemeinden man einzeln oder als Familie dienen durfte, Missionare, mit denen meine Eltern eng befreundet waren …

 

Die Woche davor waren Nadiya und ich in Salta unterwegs (etwa 1.400 km im Norden Argentiniens). Man hatte uns eingeladen, ein Eheseminar zu halten über das schwierige Thema der Intimität in der Ehe, es herrscht ja auch in christlichen Ehen viel Not. Den ungefähr 40 Ehepaaren durften wir, wie viele uns bezeugten, durch Gottes Wort und guten Rat ein Segen sein. In der Zwischenzeit waren unsere Kinder zum ersten Mal zwar nicht die ganze, aber doch die meiste Zeit auf sich allein gestellt. Wir sind froh, dass sie schon so groß und selbstständig sind.

Unser guter Gott lässt uns trotz mancher Enttäuschung und Frustration doch immer wieder seine Sonne der Gnade und Barmherzigkeit leuchten, so dass wir im Vertrauen auf Ihn froh unseren Weg mit Ihm weitergehen dürfen. Diese Erfahrung wünschen wir auch euch in dieser Advents- und Weihnachtszeit! Gewitterwolken, gefolgt von Wind, gehören zum Regen; doch auch das brauchen wir, um fest verwurzelt in Jesus, unserem Heiland, zu stehen: „Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat!“

Daniel und Nadiyas Arbeit unterstützen

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

Daniel und Nadiyas Blog

Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

Icon
unterwegs | Ausgabe 1/2025
Verklärt lächelnd sagt die schon ältere Frau aus dem kleinen „protestantischen Dorf“ in der Provinz Entre Ríos, das von Wolgadeutschen Ende des 19. Jahrhunderts gegründet wurde: „Ich erinnere mich noch an meine gläubige Schwiegermutter, wie sie täglich neben ihrer Bibel auch den „Gute Saat”-Kalender gelesen hat. Das waren für sie heilige Momente. Gerne nehme ich ein Exemplar.“ „Ich nehme auch eins für uns!“, bittet die erwachsene Tochter, die im Begriff ist, mit dem Auto wegzufahren.
Icon
unterwegs | November 2024
Unser himmlischer Vater hat nicht nur das Leben seiner Kinder in seiner Hand, sondern auch das ihrer Nachkommen. Jedes Kind ist ein anvertrautes Gottesgeschenk, für das wir Verantwortung tragen.
Icon
unterwegs | Mai 2024
Nach fast drei Monaten in Europa sind wir wieder als Familie in Argentinien. Wo ist denn nun unsere Heimat? Von einer weisen Person haben wir gehört: „Eure Heimat ist nicht ortsbezogen, sondern personenbezogen.“