„Denn er wusste wohl, was er tun wollte”

„Da hob Jesus seine Augen auf und sieht, dass viel Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen haben? Das sagte er aber, um ihn zu prüfen; denn er wusste wohl, was er tun wollte.“ Johannes 6,5–6

Seit Juli 2020 sind wir in Peru bei Diospi Suyana im Einsatz. Seit Ende Oktober ist Simon als einziger Kinderarzt am Krankenhaus tätig – und das auf unbestimmte Zeit. Wie soll die Kraft für diese Aufgabe reichen? Wie soll man parallel zur Rufbereitschaft auch noch der Familie, Freunden, Gemeinde, Kulturstudium und anderem gerecht werden?

Durchkreuzte Pläne

Für einen Samstag hatte Simon sich frei erbeten; das erste Mal seit zwei Monaten wollten wir als Familie wieder einen Ausflug machen. Im drei Stunden entfernten Cusco standen einige Besorgungen an – insbesondere ein neuer Gasherd war nötig. Doch in der Nacht klingelte das Handy: Ein Kleinkind wurde stationär aufgenommen – und statt nach Cusco fuhr Simon um 6 Uhr in die Klinik. Als er zwei Stunden später wieder nach Hause kam, war der Frust groß: Zu spät für Cusco, das wird nichts mehr! „Herr, wie soll das weiter funktionieren? Wie soll ich allem gerecht werden?“ Gemeinsam beteten wir. Was jetzt? Sich deprimiert ins Bett legen? Was sollten die Kinder von ihrem Vater denken?

„Kinder, wir fahren nach Abancay!”


Die Stadt ist deutlich kleiner als Cusco, dafür aber nur 1,5 Stunden entfernt. Wir kannten Abancay nicht und hatten keine Ahnung, ob wir unsere Einkäufe dort erledigen könnten. Auf dem Weg stoppten wir spontan bei einem Tierpark und einem Restaurant. Es kam richtig Urlaubsstimmung auf. Als wir dann in die Innenstadt fuhren, stellten wir unser Auto auf den erstbesten Parkplatz. Nach zehn Metern entdeckten wir einen Elektroladen. Wir traten ein und direkt vor uns standen drei glänzende Bosch-Gasherde. Das Wunschmodell wurde sofort in den Kofferraum gepackt. Wir waren überglücklich! Später fanden wir noch ein hübsches Sofa, das sogar geliefert wurde.

Dankbar und zufrieden fuhren wir an diesem Tag nach Hause. Bei der Abendvisite ging es der kleinen Patientin schon deutlich besser. Ja, unser Herr Jesus wusste wohl, was er tun wollte! – Bist Du bereit, Ihm zu vertrauen und auch in Prüfungen mutig weiterzugehen?

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