Das Leben im „Village of Eden“
Das Leben in Uganda normalisiert sich langsam: Seit Januar gehen die Kinder, nach einer zweijährigen Pause, endlich wieder in die Schule. Es freut mich sehr, jeden Morgen von meinem Büro aus wieder den Gesang der Schüler zu hören. Im Village (Dorf) geht es wie gewohnt geschäftig zu: In der Klinik werden täglich bis zu 100 Patienten behandelt; Kleinkinder werden geimpft und Erwachsene hauptsächlich auf Malaria und Typhus getestet und behandelt. Menschen mit persönlichem Anliegen werden angehört und eventuell ein Hausbesuch organisiert.
Die Sozialarbeiter sorgen dafür, dass die unterstützten Kinder wieder in der Schule sind. Unsere Handwerker kümmern sich um alle technischen Angelegenheiten im Village. Tagelöhner, je nach Saison etwa 30–100, kümmern sich um die Sauberkeit und Ordnung. Unsere Hausmütter kümmern sich um die Kinder, die bei uns im Village wohnen. Zudem gibt es noch Lehrer, Wachleute, Finanzfachkräfte, Fahrer, es gibt Personal in der Küche, auf der Farm und in der Kirche und nicht zuletzt wir Missionare, zurzeit insgesamt zwölf aus fünf verschiedenen Ländern.
Wir dürfen nicht untergehen
Als einzelne Missionare und als Familie müssen wir es immer wieder lernen, uns neu zu orientieren, um nicht in der Hektik des Alltags unterzugehen. Man kann überall gebraucht werden und ein Arbeitstag im Village wird schnell zu einem 24-h-Job. Wenn man sich nicht selbst Grenzen setzt, ist man schnell ausgelaugt.
Lilli arbeitet immer noch zweimal wöchentlich im Nutrition-Programm, ich (Wilhelm) leite die Gemeindearbeit.
Was in unserer Familie so passiert
Unser Joel ist seit Anfang des Jahres, nach acht Jahren in Uganda, wieder nach Deutschland gezogen; somit sind noch Antony, Joy und Boaz bei uns in Uganda. Für Boaz sind die Adoptionsunterlagen fast vollständig, sodass wir demnächst zum Gericht gehen können, um die Adoption zu bekommen.
Außerdem sind wir im Januar zum zweiten Mal Großeltern geworden: Unsere Tochter hat einen gesunden Jungen zur Welt gebracht.
