Das „Baum zu Baum“-Prinzip
In unserer Missionsorganisation Connect lieben wir Prinzipien, die man in verschiedenen Lebenslagen anwenden kann. Eines dieser Prinzipien, es passt zum Thema „(Ab)gelenkt – Wenn Wege sich ändern“, ist das „Baum zu Baum“-Prinzip. Dieses Prinzip hat Eugene und mir sowie unseren Missionaren schon oft und tiefgreifend geholfen – vor allem im letzten Jahr, in dem viele von einem Baum zum nächsten geirrt sind.
Meine Lebensberufung?
In Kurzfassung sieht das Prinzip so aus: Gott legt uns etwas aufs Herz, wir denken: „Wow, das ist meine Berufung, der ich mein Leben lang folgen werde!“, und machen uns auf den Weg zum Kirschbaum, der für diesen Ruf steht. Wir nisten uns beim Kirschbaum ein, sind erfüllt, werden gesegnet – und dann meint Gott plötzlich: „Siehst du den Apfelbaum dort drüben? Mach dich auf …“ Und wir, etwas verwundert, machen uns auf den Weg zum Apfelbaum. Unterwegs fragen wir uns, ob wir Gott richtig gehört haben …
Dann kommt plötzlich eine Pandemie, und wir werden ganz unerwartet vom Apfelbaum zum Haselnussbusch befördert. Nun sind wir ganz sicher, dass wir am falschen Platz sind! Unser Ruf war doch der Kirschbaum! Oder war es doch der Apfelbaum und wir haben Gott falsch verstanden? Und so geht die Reise weiter. Mit jedem Baum wächst unser Gottvertrauen, bis wir ganz am Ende an einem Baum ankommen, der uns zu Beginn unserer Reise vollkommen unbekannt war.
Jeder „Baum“ hat seinen Sinn
Mit jedem Baum wachsen wir in unserer Beziehung zu Gott, wir stärken unseren Glauben, sammeln Erfahrungen, erweitern unsere Kompetenzen. Jeder Schritt bringt uns näher zu Ihm. Wenn wir am letzten Baum ankommen, dann erkennen wir, dass wir zu Beginn unserer Reise niemals in der Lage gewesen wären, diesem Ruf zu folgen. Wir hätten uns restlos überfordert gefühlt und unser Glaube wäre nicht stark genug gewesen, den Anforderungen standzuhalten.
Aber nach einer langen Reise durch Höhen und Tiefen schauen wir zurück und erkennen, warum Gott uns von einem Baum zum anderen geführt hat: Unser Weg war zwar viel länger und kurviger als erwartet, aber wir wurden nicht abgelenkt – sondern von Ihm gelenkt.
