Brudermörder
Sonntag, 3. Oktober 2021 in der dörflichen Bezirkshauptstadt von Yahukimo, dem Stammesgebiet der Yali, Hubla, Kimyal und Momuna: Yali-Christen und einige Indonesier feierten gerade Gottesdienst in der von den Yali selbst gegründeten Missionsschule. Plötzlich stürmte ein bewaffneter Mob von Kimyal herein, der nicht einmal vor Frauen und Kindern haltmachte. Im über 3.000 km entfernten Jakarta war ein ranghoher Kimyal verstorben und es wurde verbreitet, die Yali wären schuld daran. Das Unfassbare: Die Kimyal waren so blind vor Wut, dass sie sogar im Anblick des Kreuzes noch zu Brudermördern wurden. Denn auch sie waren Christen derselben papuischen GIDI-Kirche.
„Wir nehmen keine Rache!"
Noch unfassbarer war jedoch die Reaktion der überlebenden Yali: „Jesus hat uns geboten zu vergeben. Wir werden keine Rache nehmen!“ Das verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Vier Tage später verkündeten die Kimyal: „Wir haben falsch gehandelt und wollen Buße tun. Bitte betet für uns um Vergebung!“
Versöhnungsgottesdienst
Am 13. Dezember wurde in derselben Kirche, in der das Massaker stattgefunden hatte, ein großer Versöhnungsgottesdienst gefeiert. Die Predigt schloss mit der deutlichen Mahnung: „Vergebung bedeutet nicht, dass man davon verschont bleibt, die Folgen des falschen Handelns zu tragen, sondern dass man lernen und vollständig bereuen muss, um in Christus Glück und Frieden zu finden.“ Auf diese Worte hin knieten die Kimyal nieder, baten um Vergebung und einige Yali beteten für sie.
Bei Gott ist nichts unmöglich
Bis in die 1960er-Jahre waren die Yali selbst noch kriegerische Kannibalen gewesen, das Buch „Herren der Erde“ erzählt ihre Geschichte. In diesen Tagen sind sie nun ein Zeugnis dafür geworden, dass bei Gott nichts unmöglich ist. Ganz Yahukimo weiß das jetzt und dank einiger Medien sogar viele andere in Indonesien.
