Bittet, und es wird euch gegeben

Was braucht eine vierköpfige Familie, die das gewohnte und so bequeme Leben in Deutschland aufgibt, um für mindestens drei Jahre in Peru zu leben und den Menschen dort zu dienen? Den Aufwand und die möglichen Herausforderungen schon während der Vorbereitung auf die Ausreise hatten wir auf jeden Fall unterschätzt. Uns wurde schnell klar, dass wir ohne die Hilfe unserer Familien, Freunde und der Gemeinde nicht weit kommen würden. Vor allem ein Erlebnis lehrte uns, wie wichtig die Unterstützung im Gebet ist.
Nur wenige Monate vor unserer Ausreise hatten wir trotz längerer Suche immer noch keine Mieter für unser Haus gefunden. Unser Angebot war auch nicht gerade verlockend: Wir suchten eine Familie, die bereit war, in unser Haus zu ziehen und so vertrauenswürdig erschien, dass wir guten Gewissens einige Gegenstände und Kartons mit persönlichen Dingen im Keller lassen konnten. Gleichzeitig sollte sie möglichst viele Möbel übernehmen, damit wir keinen zusätzlichen Stauraum suchen mussten. Zudem war klar, dass wir möglicherweise schon nach drei Jahren zurückkommen würden. Wir fragten uns zunehmend, ob wir überhaupt jemanden finden würden. Welche Familie zieht schon gerne für nur so kurze Zeit um? Die Suche nach Mietern wurde für uns zur ersten Prüfung, ob Gott uns versorgen würde und ob wir ihm vertrauen konnten. Immer wieder brachten wir unsere Bitte vor Gott, und auch unser Hauskreis und unsere Familien beteten für passende Mieter.

Darum sage ich euch: Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet.

Lukas 11,9

Die Wochen vergingen, und die vereinzelten Besichtigungen waren jedes Mal eine kleine emotionale Herausforderung. Kaum hatten wir uns gedanklich mit einer potenziellen Mietfamilie angefreundet, kam kurz darauf die Absage. Folglich machten wir uns nicht besonders große Hoffnungen, als wir von einer Familie aus Australien hörten, die nach Gießen ziehen wollte. Zu unserer Verwunderung kam die Familie direkt am Morgen nach ihrer Landung zur Besichtigung. Wir verstanden uns gut, und unsere anfänglichen Zweifel verwandelten sich in Freude und Staunen, als die Familie uns direkt zusagte. Sie erzählten, dass sie alles in Australien verkauft hätten und nur mit Koffern nach Deutschland gekommen seien. Am liebsten würden sie alle unsere Möbel übernehmen und verzichteten zudem auf den meisten Platz im Keller, sodass wir genug Stauraum hätten. Wow, was für eine Gebetserhörung!


Damit war ein wichtiger Schritt unserer Vorbereitung für die Ausreise im September geschafft. Gleichzeitig sind noch andere Fragen offen. Die größte davon ist: Wird Gott auch dafür sorgen, dass wir bis zur Ausreise ausreichend finanzielle Unterstützung haben?
Letztlich ist alles – jeder Atemzug und alles, was wir empfangen – Gnade, und es tut gut, sich das immer wieder bewusst zu machen und dankbar zu sein. Gott weiß, was wir brauchen. Für uns war das Erlebnis mit unseren Mietern ein klares Zeichen dafür, dass Gott unsere Gebete erhört und sich um unsere Sorgen kümmert. Im Gebet liegt Macht, und wer bittet, dem wird gegeben!

Gebetsanliegen

  • ausreichend finanzielle Unterstützung vor der Ausreise
  • Weisheit beim Packen und Vorbereiten
  • guter Abschied in Deutschland und Ankommen in Peru für uns als Familie
Jonas und Felicitass Arbeit unterstützen

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.