Biblische Ausrüstung von Männern

Meine erste Männer-Kleingruppe erlebte ich Anfang der 2000er-Jahre in Singapur. Wir haben gemeinsam die Bibel studiert, gemeinsam gebetet und gemeinsam gesungen. Danach war es Tradition, in der Abendwärme Brot und Käse zu essen, dazu gab es Rotwein. Ich erkannte, wie besonders es ist, wenn man mit anderen christlichen Männern Gemeinschaft hat in Offenheit und Verantwortungsbewusstsein. Wir konnten einander unterstützen und füreinander beten.

Meine Frau und ich haben oft darüber gesprochen, dass Männer Gemeinschaft brauchen. Mir wurde klar, dass viele Männer nur wenige Freunde haben – vor allem im Ausland, wo wir lange lebten: Sie haben Arbeitskollegen, Bekannte und Familie, aber keine Freunde, mit denen sie offen über alles reden könnten. Bei Frauen ist das oft anders.

Nach und nach wurde mir auch klar  dass Männer Verantwortung übernehmen müssen. Tatsächlich müssen sie mehr als das: führen, sich der Passivität verweigern und für etwas Größeres als sich selbst leben. Männer sollten Frauen beschützen und sie nicht ausbeuten (Epheser 5,25). Männer sollten ihre Kinder in den richtigen Bahnen erziehen (Epheser 6,4).

Ich habe drei Kinder, jetzt sind alle Anfang 20. Unser Sohn, wir haben ihn als Baby aus Kambodscha adoptiert, hatte in den Teenagerjahren viele Probleme und war viel mit anderen jungen Leuten zusammen, die Cannabis rauchten. Dies führte zu Hause zu viel Stress und als er 19 war, musste er ausziehen, weil ich sein aggressives Verhalten nicht mehr dulden konnte. Gerade als das Leben leichter wurde, wurde bei meiner Frau ein Hirntumor diagnostiziert, neun Monate später ist sie daran verstorben.

Sehr geholfen in all den Herausforderungen in der Ehe, der Erziehung von Teenagern und der Krankheit und dem Verlust meiner Frau haben mir die Bibelstellen, die ich auswendig gelernt hatte, und die Disziplin, täglich eine stille Zeit in Gottes Wort zu verbringen.

Ebenfalls eine große Hilfe war der regelmäßige Kontakt zu anderen Männern, denen ich mein Herz ausschütten und mit denen ich beten konnte. Das Hören von Anbetungsmusik, die den Sieg Jesu verkündet, half mir, mich wieder auf Gott zu konzentrieren und meine Situation neu zu betrachten. Dank der Einsicht, dass wir uns ständig in einem geistlichen Kampf befinden und dass Gott uns manchmal durch harte Zeiten gehen lässt, um uns reifen zu lassen (Jakobus 1,2–4) – dank dieser Einsicht konnte ich es zulassen, dass Gott mich durch ein sehr schwieriges Jahr gehen ließ.

Wenn meine Frau und ich zusammen beteten, passierte oft noch am selben Tag etwas, das uns schockierte und herausforderte, uns aber auch erkennen ließ, dass Gott wirkt. Andere Male geschahen herausfordernde Ereignisse zu Zeiten, wenn ich für Gott im Dienst war: Am Tag meiner ersten „Every Man a Warrior“-Konferenz verlor mein Sohn den Arbeitsplatz, was zu einer weiteren schwierigen Situation führte. Als ich begann, zwei Tage pro Woche über die VDM für unseren „Every Man“-Dienst zu arbeiten, in genau diesem Monat traten bei meiner Frau die ersten Tumorsymptome auf. An dem Tag, als „Every Man“ zum ersten Mal auf einer christlichen Konferenz in Deutschland einen Stand hatte, teilte das Krankenhaus ihr die Diagnose mit und ich musste hinfahren und am Krankenbett mit ihr beten.

All das hat mich gelehrt, mich mehr auf Gott zu verlassen; es hat mich geprägt und mich noch mehr überzeugt davon, dass Männer durch Gottes Wort ausgerüstet werden müssen, um in jedem Lebensbereich mit Gott zu gehen.

Gebetsanliegen

  • für meine Kinder und mich selbst nach dem Verlust meiner Frau im November 2024
  • um Leiter und Mitarbeiter in der Entwicklung dieser Männerarbeit
  • um die Finanzen, um die Kosten für unseren Verein und meine Vollzeitarbeit zu decken
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Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

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unterwegs | Ausgabe 2/2025
Meine Arbeit besteht darin, neue Jüngerschaftsgruppen für Männer aufzubauen. Es handelt sich um praktische Schulungen, die auf biblischen Grundlagen basieren und Männer dazu befähigen, die Kämpfe zu bestehen, die sie im Leben gewinnen müssen.