Bibelübersetzung in Südostasien
Eine dieser Sprachen ist Kangäisch, sie wird auf den kangäischen Inseln gesprochen; die liegen östlich von Madura. Bis heute gibt es dafür keine offiziell anerkannte Hochsprache; so mussten wir zusammen mit den Gemeinden vor Ort entscheiden, in welchen Dialekt die erste Übersetzung des Neuen Testaments erfolgen sollte. Die Wahl fiel auf die östliche Mundart, weil diese hohes Ansehen genießt und kaum fremde Einflüsse aufweist.
Inzwischen sind die ersten drei Evangelien und die Apostelgeschichte übersetzt; allerdings handelt es sich beim Matthäus- und Markusevangelium nur um die erste Rohfassung, die muss noch bearbeitet werden.
Mitte März fand in Surabaya (Indonesien) ein zehntägiges Treffen statt mit den Teams von Bonerate, Kulisusu, Geser-Gorom und Karon-Dori.
Alle diese Sprachen werden von kleineren Minderheiten gesprochen, die leben zwischen Sulawesi und West-Papua. Die ersten drei Sprachen sind mit Indonesisch verwandt, Karon-Dori hingegen gehört den Papuasprachen an und unterscheidet sich deutlich von den anderen.
Es ist äußerst schwierig bis unmöglich, Leute zu finden, die zu dieser Übersetzungsarbeit einigermaßen fähig sind; so muss Stefano viel Zeit und Energie aufwenden, um die Mängel auszugleichen.
Es wurden Übersetzungsprobleme besprochen und mögliche Lösungen aufgezeigt. Auch wurde die App vorgestellt, die Biblica (USA) für diese Projekte neuerdings entwickelt hat. Dank dieser App kann man zusätzlich zum Text auch Bilder und kurze Videos laden, um den Lesern visuell Hintergrundinformationen zu vermitteln. Vorerst aber soll die App einer begrenzten Anzahl von Lesern die vorläufige Fassung zugänglich machen, um von ihnen ein Feedback zu bekommen.
Wir hatten es von Anfang an geahnt: Die Übersetzung in die Karon-Dori-Sprache (Vogelkopf-Halbinsel in West-Papua) hat sich als besondere Herausforderung erwiesen. Ihre Sprecher leben größtenteils noch wie ihre Ahnen meist von der Jagd und von dem, was in ihren Gärten wächst, die sie dem Dschungel abringen. Sie sind nicht gewohnt, mit Computern und moderner Technik umzugehen oder in ihrer Muttersprache zu schreiben und zu lesen, und brauchen deshalb viel Anleitung. Hinzu kommt, daß die Internetverbindung in Papua noch langsamer und instabiler ist als in anderen Teilen Indonesiens, so dass selbst ohne Videofunktion online keine längeren Besprechungen möglich sind.
Trotz aller Schwierigkeiten haben alle Teams inzwischen die ersten acht bis zwölf Kapitel des Lukasevangeliums übersetzt. Der Text muss jedoch größtenteils noch geprüft werden.
Gebetsanliegen
- Gottes Leitung bei allen Projekten
- Gesundheit
- Finanzierung
