Bei den Hirten

Bei dem halbnomadischen Volk der Massai dreht sich immer noch fast alles um die Herden: Den ganzen Tag ziehen sie mit dem Vieh umher, immer auf der Suche nach Nahrung und Wasser. Die Bedeutung des Hirten ist sehr hoch; er hat dafür zu sorgen, dass die Tiere überleben. Nachts schlafen die Herden geschützt mitten im Boma (Wohnsiedlung der Massai), die Hütten der Familie sind darum herum angesiedelt. Zur Not halten die Krieger Wache, wenn ein Löwe in der Nähe zu hören ist.

Wir sehen es als großes Geschenk, dass wir dies erleben können und die biblischen Geschichten, die wir seit der Sonntagschule in- und auswendig kennen, lebendig werden. Und wie so oft spricht Gott durch Erlebnisse im Alltag.

Die Schafe wissen genau: Wenn sie durch das Tor gehen, sind sie in Sicherheit!

Neulich waren wir in einem Boma und besuchten dort eine Frau, die wir durch unsere Frauengruppe unterstützen. Außerdem ist ihre fünfjährige Tochter in unserem medizinischen Programm, weil sie schlimm an Hirnhautentzündung erkrankt war. Sie war lange im Krankenhaus; das Leben konnte ihr gerettet werden, aber sie ist weiterhin in Behandlung und muss regelmäßig kontrolliert werden.

Gemeinsam saßen wir vor der Hütte und es wurde langsam Abend; wir hörten die Glocken der Schafe und Ziegen, die sich langsam dem Boma näherten. Das Tor zum Pferch war offen und die Tiere gingen sofort durch das kleine und enge Tor. Sie ließen sich durch nichts ablenken, denn sie wussten, wo ihr Zuhause ist und wo sie für die Nacht sicher sind vor Hyänen und anderen wilden Tieren. Sobald alle drinnen sind, wird das Tor sicher verschlossen durch Balken und Dornen.

In diesem Boma war ein neunjähriger Junge besonders kreativ: Er hat alte Plastikflaschen aufgeschnitten und so gefächert, dass ein kleines Windrad entsteht, und sie dann um den Zaun herum eingesteckt. Das Geräusch verunsichert die Hyänen, die nachts um das Boma herumstreichen, und sie trauen sich nicht näher heran.

So sehr beschützen diese „kleinen“ Hirten ihre Herden. Die Schafe und Ziegen wissen genau: Wenn sie nur durch das Tor gehen, dann sind sie in Sicherheit!

Jesus begann noch einmal: „Ja, ich versichere euch: Ich bin das Tor zu den Schafen.“ Johannes 10,7

Gebetsanliegen

  • dass in dieser Weihnachtszeit Menschen durch die „hohen Türen“ und „weiten Tore“ zur Sicherheit bei Jesus finden
  • Wir brauchen dringend Unterstützung im Team. Wir danken für Gebete oder Anfragen, wenn du den Ruf ins Massai-Land hörst.
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unterwegs | Mai 2024
Seit 2011 leben und arbeiten wir in Tansania. Das Wort Gottes ist die Grundlage für die verschiedenen Projekte, mit denen wir den Massai Zugang zu Bildung, Gesundheit und Selbstbestimmung ermöglichen möchten.