Baskenland – Was ist das?
Als ich etwa 16 Jahre alt war, machte unsere Jugendgruppe sich auf den Weg zu „mission-net“, einer Jugendmissionskonferenz, die alle zwei Jahre über Neujahr stattfand.
Damals lag Mission mir schon lange am Herzen. Immer wieder hatte Gott zu mir gesprochen durch Menschen und durch sein Wort; allerdings habe ich das oft erst viel später erkannt, so auch hier.
Am zweiten Tag der Konferenz betrete ich mit einigen Freunden die große Konferenzhalle. Am Eingang stehen Mitarbeiter mit kleinen Zetteln, die verteilen sie an alle, die die Halle betreten. Jeder von uns hält einen anderen Zettel in der Hand. Es sind Gebetskarten zu unerreichten Volksgruppen: „Basque in Spain… Main Religion: Christianity… Status: Unreached… Evangelicals: 0,2 %“ – Wie bitte?
Es gibt in Europa eine Volksgruppe, die unerreicht ist!? „Main Language: Basque“ – Was ist Basque?
Viele Fragen schießen mir durch den Kopf. Das hätte ich wirklich nicht gedacht, dass es in Europa noch unerreichte Völker gibt …
Noch auf der Konferenz kann an einem Abend jeder, der sich von Gott in die Mission berufen fühlt, nach vorne gehen und für sich beten lassen. Ich entscheide mich und gehe nach vorne. Pascal aus Frankreich betet für mich. Den Zettel habe ich schon längst vergessen.
Zwei Jahre später sitze ich in meinem Zimmer. Nächstes Jahr schreibe ich mein Abitur. Mission beschäftigt mich nach wie vor und ich möchte gern ein Training machen und schnuppern, wie es ist, auf dem Missionsfeld zu arbeiten. Ich entscheide mich, mit OM nach Chile zu gehen.
Auf dem Weg dahin hat mich immer wieder eine Person ermutigt, Armie. Sie ist die Mutter meines besten Freundes und war selbst mit ihrer Familie Missionarin in der Ukraine. Als ich schon fast aufgeben will, weil die Menge an Geld, die ich brauche, viel zu hoch scheint und ich der Meinung bin, es wäre unmöglich für mich, monatlich diese Summe zu sammeln, ermutigt sie mich:
„Gib du deinen Teil, dann wird Gott auch seinen geben.“
Also gut. Viel Glauben habe ich, ehrlich gesagt, nicht. Trotzdem stelle ich mein Projekt in der Gemeinde und in der Familie vor – und innerhalb von zwei Wochen habe ich mehr Spendenzusagen, als ich brauche!
Vier Jahre später. Ich schreibe an meiner Bachelorarbeit. In ein paar Monaten schließe ich mein Studium ab und ich möchte gern einen Kurzeinsatz machen. Ich vereinbare einen Termin mit Armie, inzwischen arbeitet sie für Send International. Wir schauen uns verschiedene Optionen für Kurzzeiteinsätze an. „Ah, schau mal, David: Seit einem Jahr haben wir eine Arbeit im Baskenland in Spanien. Du kannst doch schon etwas Spanisch. Vielleicht wäre das was für dich.“ Ich muss grinsen. Die Pointe hat sich echt lang aufgebaut, aber Gott kann sich für einen guten Geck wohl auch Zeit lassen. Ich weiß sofort, welche der Optionen ich wählen soll – und so mache ich mich im September 2021 zum ersten Mal mit meinem Motorrad auf den Weg ins Baskenland.
Seit 2021 war ich nun jedes Jahr dort. Ich habe die Arbeit, die Menschen und das Team vor Ort ins Herz geschlossen und ich freue mich, dieses Jahr langfristig in die Arbeit einsteigen zu dürfen.
Gebetsanliegen
- Umzug und Abschluss in Deutschland
- Umgewöhnung und Anfang im Baskenland
- Weitere Spenden
