Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

„Das kann ja wohl nicht wahr sein! Ich predige anderen, sie sollten zu Gott beten, dass er ihnen konkret Menschen zeigen möge, die offen für das Evangelium sind, setze dieses Gebet aber selbst gerade gar nicht in die Praxis um.“ Diese oder ähnliche Gedanken schossen mir durch den Kopf, nachdem ich von einer Gemeinde hier in Kanada eingeladen worden war, von unserer Arbeit zu berichten und einen Vortrag darüber zu halten, wie sie als Gemeinde die Indianer in ihrer Nachbarschaft erreichen könnten.

Gefahr erkannt

Nachdem ich diesen Vortrag vorbereitet und gehalten hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich hatte in den vergangenen Monaten selbst nicht umgesetzt, was ich gerade predigte. Ich hatte in den Vortrag wesentliche Elemente eines Weiterbildungskurses übernommen, an dem ich im Mai des letzten Jahres durch unsere Partnermission in Kanada teilgenommen hatte. Es ging darum, wie wir Jüngerschaft praktisch umsetzen und Menschen, die offen für den Glauben sind, die Gute Nachricht über persönliche Beziehungen weitergeben können.

Ein zentrales Beispiel im Kurs war die Aussendung der 72 und das Gebet für „Kinder des Friedens“, wie in Lukas 10, Verse 5 und 6 Menschen bezeichnet werden, die offen für eine Beziehung mit uns und für den Glauben sind. Meine unbewusste „Ausrede“ während der letzten Monate war wohl, dass es durch Covid mit all seinem „social distancing“ ja gerade nicht so einfach sei, neue Beziehungen zu Menschen aufzubauen, die eventuell offen für die Gute Nachricht sind.

Gefahr gebannt

Nun war es für mich an der Zeit, das Versäumte selbst in die Praxis und in konkretes Gebet umzusetzen. Neben dem Anliegen, dass Gott mir „Kinder des Friedens“ zeigen möge, bete ich nun ganz neu für einige „alte“ Freundschaften im Indianerreservat, wo ich bisher allerdings noch keine Offenheit für das Evangelium gespürt hatte. Zudem habe ich damit begonnen, online und durch Textnachrichten die Verbindung zu vertiefen.

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