Auf einmal ist alles anders

Der 14. August hat alles verändert. Auf einmal sieht man vieles mit ganz anderen Augen. Als es anfing zu beben, taumelte ich aus meinem Büro auf den Rasen, verlor jegliche Orientierung. Keine Vorwarnung, keine Ahnung, dass so etwas passieren könnte! Auf einmal werden viele Kleinigkeiten total unwichtig und die Frage „Bin ich denn bereit zu sterben?“ kommt in den Sinn. Wir sind dem Herrn so dankbar, dass das Beben am Samstagmorgen geschah, es waren nur zwei Klassen da. Keiner wurde verletzt, zumindest äußerlich nicht.

Wochenlang gab es immer wieder Nachbeben; alle waren angespannt, wann es wieder wackelt. Es wird wohl noch lange dauern, bis es ein neues „Normal“ geben wird. Viele Kirchen und Schulen sind zerstört; jetzt werden Notunterkünfte ein-gerichtet. Der erste Gottesdienst nach dem Beben war ein so großes Erlebnis: Alle feierten, dass sie überlebt hatten. Gott sei Dank dafür! Ein paar Tage später kam dann der Wirbelsturm „Grace“. Oft fragten wir: „Herr, wann ist es genug? Was kommt noch alles?“ Wie gut zu wissen, dass der Herr uns nicht mehr auferlegt, als wir tragen können!

Seit September unterrichten wir wieder, allerdings in unseren drei Not-Klassenzimmern aus Sperrholz und Wellblech. Wir haben angefangen, das Auditorium abzureißen.

SEED-Nothilfe

Wir unterstützen Gemeinden und Gruppen mit Reis, Bohnen und Öl sowie mit Planen. Jetzt begannen wir damit, beim Wiederaufbau mit Wellblech zu helfen. In manchen Gegenden gibt es keine intakten Häuser mehr, die Not ist groß.

Farmmauer

Da seit fast einem Jahr Leute unser Farmland in Besitz nehmen wollten, fingen wir an, eine Mauer zu bauen. Dieses Projekt war in vollem Gange, als das Beben kam. Es wurde erstmal pausiert, aber inzwischen sind die Nachbarn wieder aktiv geworden, sie wollen die Grenzsteine versetzen. Von ganzem Herzen wollen wir Euch danken für Eure Gebete und Eure Gaben. Möge der Herr Euch reichlich dafür segnen.

  • Weisheit bei der Verteilung von Hilfsgütern
  • Kraft und Weisheit für die Renovierung und den Neubau des Auditoriums mit Klassenzimmern
  • Fertigstellung der Farmmauer
Frantz und Doriss Arbeit unterstützen

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

Frantz und Doriss Blog

Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

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