Annalyn und ihre Kinder

Wie viele Kinder sie geboren hat, weiß Annalyn nicht mehr genau: Neun? Zehn? Mindestens eines ist gestorben, vielleicht zwei. Auch an die Geburtstage ihrer Kinder kann sie sich nicht erinnern.

Bevor wir ihre vier Jüngsten in unsere Betreuung aufgenommen haben, hatte keines ihrer Kinder eine Geburtsurkunde – was bedeutet, dass sie alle nicht zur Schule gehen konnten. Annalyn selbst kann kaum lesen und schreiben.

Viele Jahre haben wir immer wieder versucht, Annalyn zu erreichen. Immer wieder hatten wir Hilfe angeboten – doch sie lehnte ab, wollte ihre Kinder uns nicht anvertrauen. Bis Weihnachten 2023: Bei einem weiteren Besuch boten wir ihr erneut an, die jüngeren Kinder in unsere Betreuung aufzunehmen. Wir waren, ehrlich gesagt, überrascht, dass sie das Angebot jetzt annahm!

Heute kommen ihre vier jüngsten Kinder regelmäßig zu uns. Inzwischen haben sie alle eine Geburtsurkunde: Wir haben das Alter der Kinder von einer Zahnärztin schätzen lassen und dann haben wir gemeinsam mit Annalyn die Geburtstage festgelegt. Drei ihrer Kinder können nun zur Schule gehen.

Annalyn nimmt regelmäßig an unseren Bibelstunden teil und verbringt auch sonst viel Zeit in unserem Zentrum. Hier fühlt sie sich in Sicherheit, weiß sich angenommen und respektiert. Oft sieht man sie nun strahlen und sogar lachen. Sie ist so dankbar, dass ihre Kinder bei uns gut betreut sind; unter Tränen sagte sie:

„Hier habe ich den Herrn Jesus kennengelernt.“

Wenn wir mit den Familien Weihnachten feiern, dann machen wir uns immer bewusst, dass Jesus den Himmel verlassen hat, um in unser Chaos zu kommen. Wir beten darum, dass die Kinder und ihre Familien sich in allem Leid und Elend dem Gott zuwenden, der sie sieht, sie tröstet und der Hoffnung schenkt, die über den Tod hinausgeht.

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