Ankommen
Ich bin angekommen – in Deutschland. Schon vom Flugzeug aus fielen sie mir wieder einmal auf, die ordentlich aneinandergereihten Felder. Abholung vom Flughafen. Wiedersehensfreude inklusive Freudentränen. Schön, wieder einmal daheim zu sein! Studium, Reisedienst – wie im Flug vergehen die Monate. Und eh man es sich versieht, sitzt man wieder im Flugzeug, überquert den Atlantik, schaut auf die Millionenstadt Lima und fliegt die letzte Stunde über die unendlichen Weiten der Anden.
Zurückkommen
Nur ein paar Flugstunden, und doch bin ich von einem Tag auf den anderen in eine völlig andere Welt katapultiert. Ich bin wieder zurück, aber ich bin noch nicht angekommen.
In der Zwischenzeit ist viel passiert und ich muss mich erst wieder hineinfinden. Die Kultur stresst. Straßenlärm und der Krach der Betonmaschine eines neu in die Nachbarschaft gezogenen Familienbetriebs werden durch die Einfachverglasung nur minimal gefiltert. Der Staub weht mir um die Nase und ich frage mich, warum ich vorher noch geduscht habe. Außerdem nörgelt mein Magen und vermisst die deutsche Kost. Da fällt es schon mal schwer, wieder anzukommen.
Kommen
Aber ich darf kommen, zu Gott – auch wenn ich innerlich noch nicht angekommen bin; wenn ich meinen Platz wieder suchen muss, meinen Posten wieder neu einnehme und dabei versuche, all das zu verarbeiten, was in rasender Geschwindigkeit in den letzten Monaten an mir vorbeigezogen ist.
Wenn die Frage mich beschäftigt, warum ich eigentlich hier bin, wo ich in Deutschland auch Aufgaben hätte, dazu meine Freunde und Familie in der Ferne vermisse – dann, genau dann ist es Zeit, sich darauf zu besinnen, was wirklich zählt: dass die Welt von Jesus erfährt, dass Menschen ermutigt werden, ein Leben mit Ihm zu wagen und Seine Kinder in den stürmischen Zeiten an Ihm festhalten, damit wir einmal am Ziel ankommen.
