Angekommen. Und jetzt?

„Ja, du hast doch immer so viel zu tun“, kommt von Familie und Freunden als Antwort auf meine Frage, warum man sich denn nicht gelegentlich mal bei mir meldet. Doch momentan habe ich gar nicht so viel zu tun. Andere haben mehr zu tun und für mich sind sie ein Licht auf dem Gipfel. Da frage ich mich, ob ich hier überhaupt richtig bin.

Ich weiß nicht, was ich machen soll

Nach etwa 5 Monaten Sprachschulzeit und 3 Monaten Arbeit laufe ich oft wie ein Schatten im Krankenhaus umher, genau das Gegenteil zu den anderen Missionaren. In der Radiologie habe ich weniger zu tun als in Deutschland. Deswegen bin ich auch noch auf der Suche, wo ich denn noch zusätzlich mitwirken kann. In einem Projekt wie Diospi Suyana gibt es 50 Missionare, und jeder von ihnen ist zusätzlich zu seiner Arbeit in ein Projekt eingebunden und erlebt, wie Gott seinen Segen gibt. Das macht es für mich allerdings nicht einfacher zu wissen, wo genau mich Gott denn haben möchte.

Ich will doch eigentlich …

Vielleicht ist es einfach ein Tal, das ich durchwandern muss, eine dunkle Ecke, in der ich gerade bin. „Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Todesschatten, so fürchte ich kein Unglück …“ David wusste, man kommt immer wieder in solche Abschnitte rein, wo man alles hinterfragt, sich hinterfragt oder auch an Gottes Führung zweifelt. Zwar bin ich ungewiss mit der jetzigen Situation, aber ich weiß, dass ich hierhin gehöre. Das hat Gott mir immer wieder klar bestätigt. Und trotz Zweifeln will ich mit der Kraft des Heiligen Geistes ein Botschafter sein.

Was gibt Kraft in solchen Zeiten?

In Peru war ich ohne große Vorbereitung das erste Mal Bergsteigen. Mit den größten Anstrengungen und unter Schmerzen wurde ein Fuß vor den anderen gesetzt, um noch mit den Erfahrenen Schritt zu halten. „Wenn du es bist zum Basecamp schaffst, dann wird Gott dir auch morgen die Kraft geben, um den Gipfel zu erreichen.“ Das Bild wurde auf dem Gipfel geschossen.

Wie bei der Bergtour, so kenne ich die Route nicht und auch wenn ich den Gipfel vor mir noch nicht sehen kann, spüre ich, dass es bei mir berg-auf geht, mit großen Anstrengungen, aber es geht voran. Gott gebe mir und Ihnen Geduld und Kraft.

Daniel und Rebeccas Arbeit unterstützen

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.