Am Schwimmbecken
Zum Thema dieses Reports könnte man Buchbände füllen. Also haben wir ein aktuelles Beispiel gewählt – am Abgabetag passiert:
Zur Feier des Tages der Jugend wanderten wir mit unseren Siebt- bis Elftklässlern zum nahegelegenen Schwimmbad mit Außenanlage; dort hatten wir verschiedene Spiel- und Sportstationen aufgebaut, wo die Schüler sich vergnügen konnten. Es war eine schöne Zeit, weil wir als Lehrer mit ihnen einfach spielen, essen und reden konnten. Man merkt dann, dass wir ungewöhnlich gute Beziehungen zu unseren Schülern pflegen dürfen. Etwas wirklich Besonderes ist auch, dass die Kinder nicht nur in ihrer eigenen Klasse Freunde haben, sondern dass jahrgangsübergreifend eine gute Atmosphäre herrscht.
Wenn niemand Aufsicht hat
Wir waren nicht allein auf dem Gelände; andere Schulklassen hatten wohl eine ähnliche Idee und neben unseren 120 Schülern waren nochmals mindestens 200 Kinder vor Ort. Von diesen Schülern ging ein Teil direkt ins Schwimmbecken; allerdings war dort weder eine Aufsicht noch konnten alle ausreichend gut schwimmen.
Plötzlich steht eine Nachbarin aufgeregt vor Jonathan und sagt: „Bruder (so werden wir oft genannt), komm bitte ganz schnell! Da ist ein Junge ertrunken!“ Jonathan lief hin und einige Leute standen schon um den etwa Zwölfjährigen herum. Es wurden mehr oder weniger erfolgreiche Hilfsversuche unternommen und Gott sei Dank atmete der Junge; er wurde in unser Hospital gefahren und dort gut versorgt.
Mehr als Bildung
Doch leider änderte selbst dieser heftige Vorfall nichts am Schwimmbecken: Keiner der Lehrer dieses Jungen stand danach als Aufsicht am Becken. Wieder wurde uns der Alltag an peruanischen Schulen bewusst.
Auch wenn uns immer wieder Dinge auffallen, die wir an unserer Schule verbessern wollen, so haben wir doch heute wieder einmal gemerkt, dass unsere Schule etwas Besonderes ist. Es geht um mehr als Bildung: Wir wollen für sie Verantwortung übernehmen und Licht für unsere Schüler sein und ihnen ganz nah und liebevoll unseren Herrn Jesus
näherbringen.
