Alphabetisierung in der Pandemie

Immer wieder werden wir gefragt: Wie stark hat die Pandemie den Dienst an den Analphabeten verändert oder betroffen? Wie habt ihr die Arbeit den neuen Beschränkungen angepasst? – Das Coronavirus hat uns eine neue Arbeitsweise beigebracht: Abwarten, sich anpassen und weitermachen.

Seit März 2020 haben wir unsere Schulungsaufgabe an Analphabeten gestaltet auf neue Weisen, an die wir vorher nie gedacht hätten. Da unser Dienst daraus besteht, uns in Gruppen zu treffen, mussten wir vieles neu überdenken; sich in Häusern zu treffen, um gemeinsam lesen und schreiben zu lernen, war nur noch teilweise möglich.

Abwarten

Das Erste, was wir lernten, war: Abwarten. Da die Corona-Zahlen in verschiedenen Zonen des Landes steigen und dann wieder sinken, gibt es Zeiten, wo über mehrere Wochen keine Treffen stattfinden können. Also abwarten. Aber sollten wir den Alphabetisierungsunterricht anhalten? Zu lange Pausen hindern ja den Lernprozess der Erwachsenen.

Sich anpassen

Also mussten wir das Sich-Anpassen lernen. Oft sind in einem Haushalt mehrere Erwachsene, die nicht lesen und schreiben können; so wurde aus den Mitgliedern eines Haushaltes eine Kleingruppe gebildet. Jetzt hat der Lehrer mehrere Gruppen zu besuchen. Deshalb hat er mehr Ausgaben für Benzin und er braucht mehr Zeit. Die Häuser sind oft weit voneinander entfernt, die Wege sehr schlecht. Vorher besuchte er etwa vier Gruppen pro Woche, jetzt betreut er ca. 20 Kleingruppen in den Häusern. Eigentlich bräuchten wir dazu mehr Lehrer.

Weitermachen

Und dann das Weitermachen – das kommt nur langsam voran, da oft noch Schritte angepasst und Prozesse neu überdacht werden müssen, während man schon mal weitermacht mit dem Unterricht. Und wenn man sich gerade an die neue Arbeitsweise gewöhnt hat, kommt ein neuer Lockdown. Der Kreislauf beginnt von vorne: Anhalten, abwarten …

Reisedienst

Wie geht es jetzt aber den armen Familien, die ja oft am stärksten betroffen sind? Darüber wollen wir euch gerne persönlich berichten, wenn wir ab Anfang Mai in Deutschland sein werden.

Bitte betet für unsere Reise, die wir mit Eliane machen. Und dass die Arbeit hier ohne Probleme weitergeht.

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