Alltag eines Missionspiloten

Der Flugplan wurde bereits am Freitag erstellt, damit es am Montagmorgen früh losgehen konnte. Der Wetterbericht sah wenig vielversprechend aus. Aber vielleicht würde es ja doch besser werden als vorhergesagt. Wir beteten dafür, denn die Missionare wollten mit ihren Einkäufen und medizinischer Hilfe endlich wieder in ihr Dorf zurück.
Die Menschen dort warteten schon sehnsüchtig auf sie. Die Missionare waren für mehrere Monate im Heimatdienst gewesen. In der Zwischenzeit waren viele Dorfbewohner an Tuberkulose erkrankt, und einige waren bereits verstorben. Auch Keuchhusten breitete sich aus, und viele Menschen litten unter Krätze. Die Missionare hatten Medikamente eingekauft, um vor Ort helfen zu können.

Der Kraftstoffbedarf wurde berechnet. Danach wurden, entsprechend des verbleibenden Gewichts, Passagiere und Ladung vorbereitet. Zwei Flüge waren für die Missionare geplant.Eigentlich wollten wir um 6 Uhr starten, aber die Berge lagen noch vollständig in den Wolken. Also hieß es: warten. Endlich öffnete sich die Wolkendecke ein wenig. Jetzt mussten wir schnell los, denn wir fliegen nur nach Sicht. Die Missionare hatten schon so gepackt, dass das Wichtigste beim ersten Flug dabei war, falls der zweite Flug an diesem Tag nicht mehr stattfinden konnte.

Beim 24-minütigen Hinflug ließen die Wolken noch etwas Platz. Trotzdem musste ich auf 4.250 Meter steigen. Das ist die Grenze, wenn man ohne Sauerstoffflasche fliegt. So kamen wir über den Pass, und das Dorf war frei von Wolken.

Für den Rückflug musste ich einen Umweg fliegen und brauchte 44 Minuten. Lendi, der die Flugüberwachung machte, fragte sich bereits, ob der Treibstoff überhaupt noch ausreichen würde. Kurz gesagt: Der Flug war sehr herausfordernd, und an den zweiten Flug für die Missionare war an diesem Tag nicht mehr zu denken. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

 

Manchmal entscheidet ein kurzer Moment zwischen Warten und Starten, zwischen Umkehren und Ankommen.

Nicht nur das Wetter bringt Herausforderungen mit sich, sondern es gibt leider noch einen weiteren Unsicherheitsfaktor.

Vor einigen Wochen wurden zwei Piloten nach der Landung in einem Dorf von Rebellen erschossen. Bei Rettungsflügen weiß man nie genau, was einen im Dorf erwartet.

Ist es die Sache wert?

Gott hat uns hierher berufen und uns bisher nicht gezeigt, dass wir gehen sollen. Es macht Freude, die Missionare in ihrer Arbeit zu unterstützen und kranken Menschen zu helfen. Viele Leben konnten schon gerettet werden, und Menschen haben zum Glauben an Jesus gefunden.

Gebetsanliegen

  • Betet für Sicherheit und Bewahrung bei allen Flügen.
  • Betet für Gesundheit, Kraft und gutes Teamwork.
  • Betet für Schutz für die Missionare und die Dorfgemeinschaften in unsicheren Regionen.

 

Günter und Birgits Arbeit unterstützen

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

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