Alles Missionsvorbereitung …

Wann immer etwas schief lief, schlecht geplant war oder einfach Mühe bereitete, hieß es in dem Missionswerk, mit dem wir früher einmal unterwegs gewesen sind: „Alles Missionsvorbereitung!“ Am Anfang fanden wir das noch witzig. Nach einiger Zeit merkten wir jedoch, dass sich diese Aussage leider als leicht sarkastische Antwort etabliert hatte auf alles, was einem nicht passte. Dabei birgt der Satz eine tiefe Wahrheit. In den meisten Ländern, in denen wir als Missionare arbeiten, ist der Alltag von unerwarteten Zwischenfällen bestimmt: kaputte Autos, korrupte Beamte, Stromausfälle, leere Regale beim Einkaufen …

Mission oder normales Leben?

Nun sind wir seit sechs Jahren als Missionare tätig und noch immer schießt uns der Gedanke durch den Kopf: So ist das halt in der Mission! Doch was wir Deutsche als
„Mission“ bezeichnen, ist für die Einheimischen das ganz normale Leben. Es sollte also besser heißen: So ist das halt in dieser Welt! Sie ist unvollkommen und wir müssen aufhören, hier die Vollkommenheit zu suchen. Zugleich kann man Zwischenfälle auch als Chancen begreifen.

Zwischenfälle sind Gottes Gelegenheiten

Wann immer etwas „schief“ läuft, können wir den Blick gen Himmel heben und beten: „Deine Gelegenheit, Gott!“ Denn in Wahrheit ist alles Unerwartete doch schon in Seinem Plan mit inbegriffen; das haben wir selbst schon oft erlebt. In der Tat können wir gerade nur deshalb hier in Thailand sein, weil vor ein paar Jahren etwas dazwischenkam …

In Indonesien hatte man unsere Visa zu spät beantragt, deshalb mussten wir das Land verlassen. Aus den erwarteten drei Wochen wurden fünf lange Monate auf gepackten Koffern; zwei davon verbrachten wir in Thailand bei Johannas Mutter. So ergab sich für Johanna die Gelegenheit, ihre Staatsbürgerschaft anerkennen zu lassen. Damals hätten wir nicht gedacht, dass Gott uns einmal hierher berufen würde. Heute sind wir über jenen Umweg sehr dankbar.

Gott steht treu zu der Aussage in Römer 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ Darum dürfen wir immer betend sagen: „Deine Gelegenheit!“

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Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

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unterwegs | Mai 2024
Bei „Mission“ denken viele, das sei ein Leben des Verzichts. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.
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unterwegs | Dezember 2023
…so nennt man in Thailand Mischlingskinder wie mich. Es klingt unvollkommen und genau so fühlt es sich auch an.
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Aus dem Archiv der VDM (03/22)
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