Etwas Besonderes: Ein handgeschriebener Brief

Sicher geht es euch wie uns: Manchmal bekommt man tatsächlich noch einen handgeschriebenen Brief in einem Umschlag zugesendet. Das ist eine Seltenheit geworden. Umso aufmerksamer liest man die Zeilen und hofft, dass alles leserlich geschrieben ist. Schließlich will man ja alles verstehen, was einem mitgeteilt wird.

Unser Leben wird „gelesen“

Paulus schreibt in 2. Korinther 3,3, dass unser Leben wie ein Brief ist, den die Welt lesen kann. Nicht nur unser äußeres Leben, zum Beispiel bei uns, ob Autos mit fremden Kennzeichen vor unserer Haustür stehen und Menschen uns besuchen, ausruhen wollen oder unseren Rat suchen, sondern unser ganzes Leben, unsere Interessen, unsere Werte und Maßstäbe können die Menschen in unserem Verhalten lesen. Wir können damit auf Gott hinweisen oder von ihm weg. Wir stehen unter Beobachtung, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

Begegnung am Gartenzaun

Es ist Mittwochmittag. Das Essen ist fast fertig. Es fehlen noch ein paar frische Kräuter, um ihm das letzte Etwas zu verpassen. Während ich (Mathilde) die Kräuter im Garten hole, schallt ein freundliches „Hallo“ über den Zaun. Ich freue mich und begrüße die Nachbarin herzlich.

Ein „Small Talk“ entwickelt sich. Eigentlich möchte ich schnell ins Haus zurück, denn wir wollen Mittag essen. Ob sie schon gekocht habe, frage ich sie. Sie verneint. Sie habe gerade die Nachrichten gesehen. Alles so furchtbar, Corona und die Impfverweigerer, alles was in Afghanistan passiert ist etc. Dabei könnte die Welt doch so friedlich sein, würden die Menschen das Gute leben, das sie im Herzen tragen. Da muss ich einhaken. Der Mensch und „gut“? In Kürze entsteht ein tiefes Gespräch, zwischen Tür und Angel sozusagen. Die Nachbarin wird nachdenklich. Gott hat mir offene Türen geschenkt, auf den hinzuweisen, der der einzig Gute ist und auf den, der uns befähigt, Liebe statt Hass zu leben. Gibt es eine bessere Botschaft als die des Evangeliums?

Wir sind gespannt, wie sich die Beziehungen in unserer Nachbarschaft entwickeln werden.

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

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